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Neugierig auf Eindrücke: Cees Nooteboom.

Foto:Ralph Orlowski/Getty Images

Wien - Reisen spielen im Werk des niederländischen Schriftstellers Cees Nooteboom eine besondere Rolle. In seinem neuen Erzählband "Nachts kommen die Füchse" bricht er, ausgehend von Fotografien, erneut zu entlegenen Destinationen auf, diesmal gilt es jedoch, weniger räumliche als zeitliche Distanzen zu überwinden. An den Orten haften Erinnerungen: an vergangene Leben, Begegnungen der Liebe, der Freundschaft. Nooteboom holt sie in fast nüchtern gehaltenen Bildern in eine Gegenwart zurück, die um die Vergänglichkeit weiß.

"Die Zeit" bezeichnete "Nachts kommen die Füchse" als Totenbuch, "aber kein traurig-tristes, sondern eins voller Gelassenheit und Weisheit". "Die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will", hieß es bereits in "Rituale", jenem Roman, mit dem er im deutschsprachigen Raum bekannt wurde. Nooteboom, der vergangenes Jahr seinen 75. Geburtstag feierte, ist ein unermüdlicher Weltenbummler, dessen fiktionales Werk die gleiche Neugierde für seine jeweilige Umwelt auszeichnet wie seine Reportagen: Noch in dem Erzählband "Roter Regen" aus dem Jahr 2007 lobpreist er das "Round-the-World", das einen aus der Tyrannei der Zeit zu befreien helfe. Reisen und Schreiben sind bei ihm analoge Tätigkeiten, der Vielzahl an Wegen und - vielleicht noch mehr - Umwegen verpflichtet. (kam/DER STANDARD, Printausgabe, 15. 4. 2009, red)