Colombo - Die Außenminister von Großbritannien und Frankreich haben die Regierung Sri Lankas zu einem Ende der Kämpfe gegen die Rebellen aufgerufen. Gleichzeitig warf der britische Außenminister David Miliband den Tamilen-Rebellen vor, Zivilisten als menschliche Schutzschilde einzusetzen. Miliband rief die Rebellen auf, dem Terror abzuschwören und die Waffen niederzulegen.

In einer gemeinsamen Stellungnahme mit seinem französischen Kollegen Bernard Kouchner beklagte Miliband in der Nacht auf Donnerstag, dass während der letzten Feuerpause zu wenig Zivilisten aus der Konfliktregion in Sicherheit gebracht werden konnten. Die Rebellen hätten die Zivilbevölkerung daran gehindert, die Region zu verlassen.

In Sri Lanka gingen die Kämpfe zwischen Armee und tamilischen Rebellen nach einer zweitägigen Waffenruhe am Mittwoch weiter. Wie ein Militärsprecher am Mittwoch sagte, wurde die Offensive gegen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) nach dem Ende der Feuerpause um Mitternacht fortgesetzt. Wie die pro-tamilische Website Tamilnet berichtete, wurden von beiden Seiten wieder Schüsse abgegeben und Raketen abgefeuert.

Zivilisten sollen Kampfgebiet verlassen

Der srilankesische Präsident Mahinda Rajapakse hatte die Truppen des Inselstaats im Indischen Ozean am Wochenende angewiesen, ab Montag für 48 Stunden die Waffen ruhen zu lassen. Die Feuerpause sollte Zivilisten erlauben, das Kampfgebiet im Nordosten des Landes zu verlassen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sitzen rund 100.000 Menschen in dem Gebiet fest.

Die Armee hat die Rebellen in den vergangenen Monaten auf ein Gebiet von nur noch rund 15 Quadratkilometern zurückgedrängt. Angesichts ihrer absehbaren militärischen Niederlage erklärten sich die Aufständischen zu einem dauerhaften Waffenstillstand bereit. Der Konflikt zwischen den Rebellen, die für einen unabhängigen Tamilen-Staat im Norden der mehrheitlich von Singhalesen bewohnten Insel Ceylon kämpfen, und den Regierungstruppen dauert bereits seit fast vier Jahrzehnten an. Allein seit dem 20. Jänner des heurigen Jahres kamen dabei nach UNO-Angaben 2.800 Zivilisten ums Leben. (APA/AFP)