Peking - Die Volksrepublik China hat am Mittwoch erfolgreich einen Satelliten für den Aufbau eines eigenen globalen Navigationssystems ins All gebracht. Eine Rakete vom Typ "Langer Marsch 3C" startete erfolgreich vom Raumfahrtzentrum Xichang in der Südwestprovinz Sichuan, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete.

An Bord war der zweite Satellit für das chinesische Navigationsprojekt "Compass", die einzelnen Satelliten sind nach dem Sternbild des Großen Wagens "Beidou" benannt. Allein 2009 und 2010 sollen insgesamt zehn solcher Satelliten ins All gebracht werden. Das System soll bis 2015 fertiggestellt werden und aus über 30 Satelliten bestehen.

Kampf um Radiofrequenz

Chinas System konkurriert mit den Plänen für das immer wieder verzögerte europäische Navigationsvorhaben "Galileo", da die Chinesen dafür die gleiche Radiofrequenz reserviert haben wie die Europäer. Dadurch könnte der sicherheitsrelevante Teil von "Galileo" nach Expertenangaben praktisch unbrauchbar werden. Die Verhandlungen der Europäischen Union mit China über das Problem sind bisher erfolglos geblieben.

Wer die Frequenz zuerst nutzt, gelangt in ihren Besitz. Ursprünglich sollte auch China an "Galileo" beteiligt werden, wurde dann aber von wichtigen Entscheidungsgremien ausgeschlossen und verfolgt seit 2007 die Entwicklung eines eigenen Navigationssystems. (APA/red)