Der deutsche Bezahlfernsehsender Premiere sieht sich wegen falscher Abonnentenzahlen einer Klage von Aktionären ausgesetzt. Die auf Anlegerprozesse spezialisierte Münchener Kanzlei CLLB habe am Landgericht Frankfurt Prospekthaftungsansprüche geltend gemacht, teilten die Rechtsanwälte mit. Premiere hatte im Herbst eingeräumt, unter dem früheren Management Abozahlen von mehr als drei Millionen genannt zu haben, obwohl es tatsächlich nur rund 2,4 Millionen gewesen seien. Am Mittwoch wollte sich das Unternehmen zur Sache nicht äußern. Die Klageschrift liege noch nicht vor, sagte ein Sprecher.

Der frühere Premiere-Chef Georg Kofler hatte die Praxis mit den Abozahlen verteidigt. Die Kanzlei CLLB will nun für ihre Mandanten Ansprüche geltend machen, da in den Prospekten für den Börsengang 2005 und eine spätere Emission 2007 falsche Angaben gemacht worden seien. "In den prospektierten Zahlen waren offenbar auch nicht aktivierte und bereits beendete Abonnements enthalten. Darauf wurde beim Börsengang und bei der Kapitalerhöhung nicht hingewiesen", erklärte Anwalt Franz Braun. Mit ersten Ergebnissen aus dem eingeleiteten Gerichtsverfahren sei frühestens in einem halben Jahr zu rechnen. (APA/dpa/Reuters)