Paris - Drei somalische Seeräuber, die Anfang des Monats die französische Yacht "Tanit" gekapert hatten, sitzen in Frankreich in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft von Rennes in der Bretagne leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Entführung und Freiheitsberaubung mit Todesfolge ein, wie sie am Dienstagabend mitteilte. Die bretonischen Behörden seien zuständig, weil die Opfer der Piraten aus der Region stammten.

Staatsanwalt Hervé Pavy erklärte, die Leiche des getöteten Skippers werde in Frankreich untersucht, und das Ergebnis solle noch diese Woche bekanntwerden. Die Obduktion soll klären, ob der 28-jährige Franzose von den Piraten oder versehentlich von der französischen Armee getötet wurde, als diese das Boot stürmte.

Urteil in Frankreich

Verteidigungsminister Hervé Morin hatte nach der Befreiungsaktion am Freitag darauf bestanden, dass die drei gefangengenommenen Seeräuber in Frankreich verurteilt würden. Die Armee hatte die zwölfeinhalb Meter lange "Tanit" gestürmt, um die fünf Geiseln zu befreien - unter ihnen den dreijährigen Sohn des Skippers. Die Witwe und das Kind sowie ein befreundetes Ehepaar, das mit der Familie an Bord gewesen war und befreit wurde, kehrten am Dienstag in ihre Heimat zurück. Die französische Familie war im Juli zu einer Weltreise aufgebrochen und wollte nach Sansibar segeln. (APA/AFP)