Der Diffusor ist ein wichtiger aerodynamischer Teil am Formel-1-Auto. Er hat große Bedeutung für den Abtrieb. Je mehr Abtrieb ein Bolide hat, desto besser liegt er auf der Straße.

Der Diffusor schließt wie eine Rampe am hinteren Teil des Unterbodens an. Laut Reglement des Internationalen Automobil-Verbandes FIA steigt der Diffusor auf einer Länge von 35 Zentimeter auf eine Höhe von 17,5 Zentimeter an.

Der Streit entzündete sich daran, dass Brawn GP, Williams und Toyota die Regel anders als die übrigen sieben Teams interpretierten und eine Grauzone nutzten. Diese drei Rennställe bauten eine zweite, kürzere Platte über den eigentlichen Diffusor. So entstand eine Art Doppel-Diffusor. Die Platte ist von unten nicht sichtbar. Es wird geschätzt, dass die Autos durch diese Entwicklung bis zu 0,5 Sekunden pro Runde schneller sind. Diese Konstruktion hat das Berufungsgericht der FIA am Mittwoch endgültig für legal erklärt.

Die Kritiker vermuten, dass durch Löcher im Unterboden die Luft in den oberen der beiden Diffusoren einströmt und damit der Abtrieb erhöht wird. Ferrari, BMW-Sauber, Red Bull und Renault hatten die Lösung für illegal eingestuft und Proteste eingelegt, die am Dienstag in Paris verhandelt wurden. Die Rennkommissare der zwei Grand-Prix-Rennen in Melbourne und Sepang hatten die Diffusoren bereits für regelkonform erklärt.

Nun müssen die übrigen sieben Teams nachziehen, um die Vorteile der drei Konkurrenten wettzumachen. Kritiker befürchten einen Entwicklungs-Wettlauf, der den Sparbemühungen der Formel 1 widerspricht.(APA/dpa)