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Satelliten und auch die ISS nutzen Solarenergie für die eigene Stromversorgung - "Lieferungen" zur Erde sind bislang Zukunftsmusik.

Foto: APA/EPA/HO Courtesy of JAXA

San Francisco - Das kalifornische Energieversorgungsunernehmen Pacific Gas & Electric (PGE) hat angekündigt, eine Solarfarm im Weltraum errichten zu wollen. Der Konzern will dabei mit dem Startup-Unternehmen Solaren kooperieren, das die Solarfabrik im Weltall bauen soll. Wie das Branchenportal Cnet berichtet, wurde vereinbart, dass Solarens Space Solar Plant (SSP) 200 Megawatt Energie an PGE liefern soll - was einem knappen Drittel eines durchschnittlichen Steinkohlekraftwerks entspräche. Laut Gary Spirnak, CEO von Solaren, sollen die "Lieferungen" ab 2016 aufgenommen werden.

Das Prinzip

Solarparks im Weltraum werden schon seit längerem von Experten und Wissenschaftlern diskutiert, bislang wagte sich jedoch noch kein Unternehmen an die Umsetzung. Solaren will nun Solarpaneele mit Satelliten in den Weltraum schicken, wo sie stets optimal zur Sonne ausgerichtet werden und Sonnenenergie gewinnen. Die Elektrizität wird an Bord des Satelliten in Hochfrequenzsignale umgewandelt und auf diese Weise zur Erde geschickt. Der Empfänger stellt die Rückwandlung in elektrischen Strom sicher und speist diesen in das Netz ein - so zumindest die Theorie.

"Die SSP-Station wird das erste derartige System sein, das im Weltraum Solarenergie für die Nutzung auf der Erde gewinnt", glaubt Spirnak. Als Grundtechnologie werden herkömmliche Kommunikationssatelliten zum Einsatz kommen. "Diese Satelliten nutzen seit 45 Jahren Sonnenenergie, um die eigenen Komponenten mit Strom zu versorgen. Sie senden wiederum Hochfrequenzsignale zur Erde, um Daten zu übertragen", erläutert der Solaren-CEO. Die Solarfarm nutze denselben Umwandlungsprozess.

Unklarheiten

Der Hauptvorteil der Solarfarm im Weltraum ist, dass Solarenergie rund um die Uhr gewonnen werden kann. "Selbst wenn es auf der Erde Nacht ist oder bewölktes Wetter herrscht, können die Solarsatelliten die Energiegewinnung zu 100 Prozent durchführen", streichen die Solaren-Entwickler hervor. Während die Argumente für die Technologie auf der Hand liegen, bereiten die Kosten für eine derartige Anlage Probleme und hinderten die Entwickler bislang an der Realisierung. "Wir haben Prototypen der SSP-Station konstruiert und zugleich ein Entwicklerprogramm ins Leben gerufen, um eine Kostenreduktion zu erreichen", sagt Spirnak. Genauere Informationen zu finanziellen Details gibt es vom Unternehmen jedoch keine.

Neben den Labortests plant Solaren auch Feldversuche, in deren Rahmen Testsatelliten ins All geschickt werden sollen. Die technischen Herausforderungen für die Realisierung des Solarparks sind dennoch enorm. Zu diesem Schluss kam beispielsweise eine Untersuchung im Auftrag des Pentagons aus dem Jahre 2007: Demnach wäre ein einfacher Kraftwerkssatellit mehr als zehnmal so groß wie die ISS. Allein der Transport der einzelnen Komponenten würde eine enorme finanzielle Belastung bedeuten. (pte/red)