San Juan - Erstmals ist es einem Häftling des US-Internierungslagers Guantanamo offenbar gelungen, in einem Interview über sein Schicksal zu berichten. Wie der arabische Sender Al Jazeera auf seiner Internet-Seite berichtete, beklagte sich der 21 Jahre alte Mohammed al-Gharani, er sei von Wachleuten mit Knüppeln geschlagen und mit Tränengas attackiert worden, weil er seine Zelle nicht habe verlassen wollen.

Die US-Behörden haben es Journalisten nie erlaubt, Guantanamo-Insassen zu interviewen. Wie es Al Jazeera gelang, den aus dem Tschad stammenden Gharani zu befragen, teilte der Sender nicht mit. Ein Sprecher des Gefangenenlagers erklärte, Gharani habe anscheinend einen seiner wöchentlichen Anrufe bei seiner Familie genutzt, um mit einem Reporter des Senders zu sprechen. Es gebe keinerlei Beweise, um die Klagen des Häftlings zu untermauern.

Nach Obama-Wahl

Der Häftling nannte kein Datum oder Einzelheiten zu den von ihm genannten Misshandlungen genannt. Er sagte aber, es sei dazu nach der Wahl von Präsident Barack Obama gekommen. Obama hat die Schließung des auf Kuba gelegenen Internierungslagers bis Jahresende angeordnet. (APA/AP)