Die TU Graz eröffnete am 2. April das "Intelligent Room-Labor".

Foto: TU Graz/ICG

Der Computer ist zwar dazugekommen, doch abgesehen davon haben sich Arbeitsplätze in Büros schon lange nicht mehr wirklich verändert. Computer, Telefone, Schreibtische, Handys. Kommuniziert wird über E-Mail oder einen Anruf, im Notfall auch persönlich. An diesem Szenario könnte sich aber vielleicht bald etwas ändern. Am 2. April wurde an der TU Graz das "Intelligent Room Labor" eröffnet. In diesem sollen InformatikerInnen an neuen Technologien zur Raumnutzung forschen. Im "Intelligent Rom-Labor", das von der Fakultätsinitiative "Future Labs" und dem FWF-Doktoratskolleg "Confluence of Vision and Graphics" getragen wird, soll an neuen Möglichkeiten der Verbindung von Teamarbeit und Präsentationen in einer intelligenten Arbeitsumgebung geforscht werden.

Oberflächen als Projektionsflächen

Was könnte Raumnutzung von morgen bedeuten? Zum Beispiel, dass Wände und Tischplatten oder sonstige Oberflächen als Projektionsflächen und zur Darstellung von Inhalten genutzt werden könnten.
Genutzt wird das "Intelligent Room Labor" beispielsweise von den Informatikern Dieter Schmalstieg und Horst Bischof vom Institut für Maschinelles Sehen und Darstellen an der TU Graz. "Insbesondere, wenn mehrere Personen an einem Projekt arbeiten, eröffnen interaktive Technologien völlig neue Wege der Zusammenarbeit", so die Forscher.

Ein mögliches Szenario sieht Dieter Schmalstieg darin, "Applikationsfenster mit dem Mauszeiger über Display-Grenzen hinweg auf gemeinsame Arbeitsbereiche zu bewegen", was vor allem für Großraumbüros in Frage käme.
Die Steuerung per Maus könnte durch eine Navigation durch Gesten ersetzt werden, denn eine "mögliche Vision ist, dass der Nutzer künftig im interaktiven Raum PC-Befehle mit Gesten steuert", so Horst Bischof.

Anwendungsbeispiele

Bei der Eröffnung des "Intelligent Room Labor" am 2. April präsentierten WissenschafterInnen aus verschiedenen Forschungsbereichen Anwendungsbeispiele für interaktive Raumsysteme. Beispielsweise die bereits erwähnte Multi-Projektionstechnologie, Tische oder Wände als Projektionsoberfläche zu verwenden. Somit kann sich ein Computer-Desktop nahtlos über einen Raum erstrecken.

Ebenso wurde "HeyeWall" präsentiert, eine Projektionswand mit Multiprojektortechnologie zur Projektion mit sehr hoher Auflösung (8.5 Megapixel). Auf der HeyeWall wurden Modelle von Fahrzeugen aber auch Demonstrationen für die nächste Generation von Überwachungszentralen präsentiert.
Auch eine mögliche Anwendung zur Personenverfolgung wurde bei der Eröffnung des 120 Quadratmeter großen "Intelligent Room Labor" vorgestellt. Bei dieser Anwendung geht es um eine Personen-Erkennung und Verfolgung in Echtzeit.

Die Eröffnung sollte mit diesen Anwendungsbeispielen einen Eindruck über die möglichen interaktiven Raumsysteme der Zukunft vermitteln. Welche Möglichkeiten sich noch eröffnen könnten, soll künftig in dem um ca. 250.000 Euro neu eingerichteten "Intelligent Room Labor" erprobt werden. (beaha, derStandard.at, 15.4.2009)