Oslo - Norwegen hat eigenen Angaben zufolge von den Vereinten Nationen das Recht zugestanden bekommen, seinen Festlandsockel im Nordmeer um ein Gebiet von der Größe Großbritanniens zu erweitern. Wie der Leiter der Rechtsabteilung beim norwegischen Außenministerium, Rolf Einar Fife, am Mittwoch mitteilte, entsprach die UNO-Festlandsockel-Kommission Forderungen des skandinavischen Landes auf der Grundlage der von Norwegen im Jahr 2006 eingereichten Unterlagen.

Die Festlandsockel-Kommission ist ein Gremium von Wissenschaftlern, das anhand der Ausdehnung des Festlandsockels unter Wasser Empfehlungen für den Verlauf der Hoheitsgebiete von Küstenstaaten erarbeitet.

Nach Berechnungen der Regierung in Oslo betrifft die Erweiterung ein etwa 235.000 Quadratkilometer großes Gebiet, größtenteils in der Arktis und der Barentssee. Außenminister Jonas Gahr Stoere sprach von "sieben Fußballfeldern für jeden der 4,8 Millionen Norweger".

Seit durch die Klimaerwärmung das Polareis schmilzt, wachsen die Begehrlichkeiten zur Nutzung der frei werdenden Meeresgebiete. Unter dem Eis werden rund 13 Prozent der Erdöl- und 30 Prozent der Erdgasvorkommen vermutet, die weltweit noch unentdeckt sind. Die fünf Arktis-Anrainerstaaten Russland, die USA, Kanada, Norwegen und Dänemark streiten derzeit darum, wer die Bodenschätze nutzen darf. (APA)