Es gibt in Rumänien zwar eine "Regierungsstrategie zur Verbesserung der Situation der Roma" und Institutionen wie die Nationalagentur für Roma-Angelegenheiten, jedoch kaum sichtbare Ergebnisse bei der Integration. Bei der letzten Volkszählung 2002 bekannten sich rund 535.000 zur Roma-Ethnie, tatsächlich dürften 1 bis 2,5 Millionen Roma im Land leben. Das Besondere an der Situation der rumänischen Roma ist, dass das Problem durch die teils illegale Arbeitsmigration nach Europa, vor allem nach Italien und Spanien, exportiert wurde, wo sie in improvisierten Ghettos an den Stadträndern leben.

Teil der Wahrheit ist auch der mangelnde Integrationswille. Viele Roma-Kinder gehen nicht zur Schule, weil es sich eher rentiert, sie zum Betteln zu schicken. Der Kommunismus und das Desinteresse späterer Regierungen hat die Roma über Generationen an den Rand der Gesellschaft geschoben. Nun rächt sich das in Form gut organisierter Romabanden, die Alteisenzüge ausrauben und auf den Märkten den Bauern unter Drohungen die Ware abpressen. (Laura Balomiri aus Bukarest/DER STANDARD, Printausgabe, 16.4.2009)