Nach "Il Caimano" (Der Kaiman) von Nanni Moretti und  "Bye Bye Berlusconi" von Jan Henrik Stalberg sorgt ein weiterer Film über den italienischen Regierungschef und Medienunternehmer Silvio Berlusconi für Aufregung. Der Pay-TV-Kanal Sky Italia strahlte diese Woche den Film "Shooting Silvio" aus, einen surrealer Streifen über einen Plan zur Ermordung des Politikers. Der Debütfilm des jungen Regisseur Berardo Carboni löste heftige Diskussionen aus. Berlusconis Regierungskoalition beschuldigte den TV-Sender des australischen Medienmagnaten und Berlusconi-Konkurrenten Rupert Murdoch, zur Gewalt aufzuhetzen.

"Hier geht es nicht um Meinungsfreiheit. Dieser Film hetzt zur Gewalt gegen den Premierminister auf. Solche Filme dürfen nicht gesendet werden", protestierte die Mitte-Rechts-Parlamentarierin Beatrice Lorenzin.

Die Geschichte kreist um die Persönlichkeit eines jungen und reichen Mannes, Giovanni Crea, Kurtz genannt, der von Berlusconis Persönlichkeit besessen ist. Kurtz schreibt zuerst ein Buch mit 100 Gründen und Methoden, um Berlusconi umzubringen. Danach arbeitet er selber einen Plan aus, um den TV-König zu entführen und töten.

"Den Film habe ich 2003 entworfen, als ich wegen der politischen Situation in Italien stark deprimiert war. Ich will vor allem die Existenzschwierigkeiten einer Generation beschreiben, die sich mit einer gewissen Gesellschaft nicht mehr identifizieren kann. Ich will keineswegs zur Gewalt aufhetzen. Der Film beschreibt einerseits die Ablehnung gegenüber Berlusconis Macht, aber auch gegenüber der Gewalt. Nicht umsonst hat 'Shooting Silvio' eine doppelte Bedeutung: Auf Silvio schießen, aber auch Silvio filmen. Heute würde ich jedoch diesen Film nicht mehr drehen", berichtete der 33-jährige Regisseur.

Die Oppositionspartei PD beschuldigte Berlusconis Regierungskoalition, die Meinungsfreiheit einzuschränken. "Jetzt verlangt Berlusconi auch schon eine Zensur im Kino!", sagte ein PD-Sprecher. (APA)