Linz/Ried - Mit dem 32. oberösterreichischen Derby in der Fußball-Bundesliga wird am Freitagabend (20.30 Uhr) die 30. Runde eingeläutet. Für LASK-Trainer Hans Krankl ist der Lokalschlager Neuland. Er sieht dem Duell mit der fünftplatzierten SV Ried mit Freude und Gelassenheit entgegen. "Die Innviertler haben eine sehr gute Mannschaft, im Derby muss der Sieger aber LASK heißen", meinte der Wiener vor seinem dritten Einsatz als Nachfolger von Klaus Lindenberger.

Die Athletiker sollten nach dem 2:2 gegen den Kapfenberger SV und dem 1:0 in Kärnten als Tabellensiebenter und zwölf Punkten Vorsprung auf Schlusslicht SCR Altach mit dem Abstieg praktisch nichts mehr zu tun haben. "Wir haben das Gespenst vergedrängt, dürfen aber nicht schlafen, sondern müssen bis zum Saisonende so viele Punkte sammeln wie möglich", sagte Krankl, der auch im Training spürt, dass seine Schützlinge immer mehr an Selbstvertrauen gewinnen.

Der "Messias" weiß, dass seine Truppe auch wieder verlieren wird und sie sich auswärts leichter tue. "Da stehen wir hinten kompakt und können kontern". Das werde gegen die Rieder nicht gehen, da müsse eine andere Spielanlage gewählt werden, meinte der frühere ÖFB-Teamchef. "Geburtstagskind" Michael Baur und Co. haben zuletzt mit dem 1:0 in Klagenfurt den ersten vollen Erfolg in der Fremde seit 5. Dezember gefeiert und Moral getankt.

Das 1:0 vom 5. Dezember gegen Sturm Graz war gleichzeitig auch der jüngste Dreier der Linzer vor eigenem Publikum. Auch wenn die OÖ-Derby-Bilanz nach 31 Vergleichen (je 11 Siege bei 9 Remis, 34:32 Tore) völlig ausgeglichen ist, auf der Gugl haben die Innviertler in der Bundesliga in 15 Partien (0-6-9, 7:25 Tore) noch kein einziges Mal gewonnen. In der Ersten Liga gelang ihnen im Herbst 2004 aber ein 1:0.

Paul Gludovatz, der vielleicht wieder Herwig Drechsel nach dessen Meniskusoperation im Kader hat, zeigt vor dem Gegner, den er unter Kollege Krankl als "LASK neu" bezeichnet, großen Respekt. "Die Linzer zeigen unter Krankl ein ganz anderes Auftreten, präsentieren sich im Abwehrverhalten kompakt und greifen gefährlich an", warnte der Ried-Trainer seine Schützlinge.

Der Burgenländer, dessen Mannen in den jüngsten 28 Auswärtsspielen nur einen Sieg (am 27. September 2008 1:0 in Altach/Bilanz 1-7-20) landeten, schiebt den Athletikern die Rolle des Favoriten zu. "Für mich ist immer der Heimverein Favorit und das hat gegen die Linzer nichts mit Krankl zu tun", meinte Gludovatz, der seine aktuell fünf Runden ungeschlagene Mannschaft diesmal speziell wie auf eine Heimpartie vorbereitet hat. "Im Derby gibt es immer etwas Neues. Ich wäre nicht überrascht, wenn wir überraschen." (APA)

LASK LINZ - SV RIED (Linzer Stadion, 20.30 Uhr/live Premiere Austria, Schiedsrichter Harald Lechner/Wien). Bisherige Saison-Resultate: 2:1 (heim), 0:3 (auswärts), 0:1 (a)

LASK: Zaglmair - Gansterer, Baur, Hoheneder, Wisio - Klein, Piermayr, Vastic, Salmutter - Wallner, Mayrleb. Ersatz: Cavlina - Kablar, Chinchilla, Freudenthaler, Hamdemir, Majabvi, Prager, Mijatovic
Fraglich: Chinchilla (rekonvaleszent)
Es fehlen: Saurer, Panis, Weissenberger, Wendel, Rasswalder (alle verletzt)

Ried: Gebauer/Auer - Brenner, Glasner, Burgstaller - Huspek, Mader, Kujabi/Yeray-Ortega - Lexa, Hackmair, Nacho - Salihi. Ersatz: Auer/Strasser - Drechsel, Kovacevic, D. Berger, Ziegl, Bammer, Pllana, Stöger, Gabriel, Grasegger, Hadzic
Fraglich: Gebauer (Darmvirus), Drechsel (rekonvaleszent)
Es fehlen: Stocklasa (gesperrt)

OÖ-Derby-Bilanz in der Bundesliga nach 31 Spielen: je 11 LASK- und Ried-Siege bei 9 Remis; Torverhältnis: 34:32