Wien - Sind Frauen und Männer gleich vom Klimawandel betroffen? Tragen Frauen und Männer gleichermaßen zur Verursachung des Klimawandels bei? Über Fragen zum Klimawandel diskutierten am Mittwoch Abend Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung, die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima und Ulrike Röhr, Leiterin von genanet - Leitstelle Gender, Umwelt und Nachhaltigkeit sowie Gründungsmitglied des umweltpolitischen Netzwerkes gendercc.net im Rahmen der Veranstaltung "Schlechtes Klima für Frauen? Gestaltungsmöglichkeiten von Frauen im Kontext des Klimawandels" von "femmes globales" statt.

Lebensbedingungen verschlechtert

Es sei bekannt, so Bayr, dass Männer stärker zum Klimawandel beitragen würden als Frauen, da sie in der Regel größere und stärkere Autos fahren und mehr Fleisch konsumieren würden. Die Leidtragenden bei den Folgen des Klimawandels seien aber überwiegend Frauen und Kinder, so Bayr, die weiter betonte, dass die überwiegende Zahl der Todesopfer der europäischen Hitzwelle 2003 und des Hurrikan Katrina weiblich waren.

"Frauen engagieren sich in der Regel stärker für umweltpolitische Themen als Männer", betonte Stadträtin Sima, die sich an die Berichte von Vertreterinnen der Dritten Welt auf Klimakonferenzen erinnerte. Diese hätten, so Sima, auf dramatische Weise geschildert, wie drastisch sich ihre Lebensbedingungen durch den Klimawandel verschlechtert hätten.

Geschlechterunterschiede beim Energieverbrauch

Ulrike Röhr erinnerte in ihrem Vortrag daran, dass überall auf der Welt überwiegend Frauen für die Versorgung der Familie und für den Haushalt verantwortlich seien. In den ärmeren Regionen der Welt seien sie dabei abhängig von natürlichen Ressourcen, deren Verringerung durch den Klimawandel ihr Arbeitsaufkommen erhöhen würde. Studien aus Schweden würden zeigen, so Röhr, dass es in den industrialisierten Staaten deutliche Geschlechterunterschiede beim Energieverbrauch - einem der Hauptverursacher des Klimawandels - geben würde.

Stärkere Einbindung von Frauen

Auch bei den Gegenmaßnahmen zur globalen Erwärmung würden sich deutlich geschlechterdifferenzierte Präferenzen zeigen: Frauen treten stärker für Lebensstiländerungen ein, Männer setzen auf Technologien. Trotz dieser Tatsachen seien Frauen, so Röhr, bei klimapolitischen Entscheidungen noch immer unterrepräsentiert. "Wir müssen Frauen stärker in klimapolitische Entscheidungsprozesse eingliedern", betonte Bayr und führte weiter aus, dass 52 Prozent der österreichischen Bevölkerung weiblich seien und man "braucht diese 52 Prozent, um neue Wege gehen zu können". (red)