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US-Studenten werden von Facebook vom Lernen abgehalten.

HochschulstudentInnen, die das populäre Online-Netzwerk Facebook nutzen, erreichen einen schlechteren Notendurchschnitt als jene, die sich nicht aktiv an der Social Community beteiligen. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Ohio State University die am Donnerstag auf dem jährlichen Treffen der American Education Research Association der Öffentlichkeit präsentiert werden soll.

Lernen oder Booken

Demnach bestätigt eine Untersuchung von 219 College-StudentInnen, dass Facebook-User im US-Notensystem lediglich auf einen Punkteschnitt zwischen 3.0 und 3.5 kommen, während Abstinenten der Web-Community mit 3.5 bzw. 4.0 durch die Bank besser abschneiden. Interessant ist auch, dass 79 Prozent der befragten StudentInnen einen direkten Zusammenhang zwischen der Nutzung von Facebook und dem erreichten Notendurchschnitt abstreiten. "Unsere Studie behauptet aber nicht, dass Facebook direkt für die schlechteren Noten der StudentInnen ausschlaggebend ist", stellt Aryn Karpinski, Studienautorin und Doktoratstudentin an der Ohio State University, gegenüber dem Time Magazine klar. Sie bestätige vielmehr lediglich, dass es einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Faktoren gibt.

Anfälliger für Ablenkungen

"Vielleicht sind die Mitglieder der Online-Community bloß anfälliger für Ablenkungen", meint Karpinski. Es sei zudem auch durchaus möglich, dass andere Faktoren hierbei eine wesentliche Rolle spielen. Beispielsweise könnten etwa spezifische Persönlichkeitsmerkmale die Verbindung von Facebook mit schlechteren Noten erklären. "Gäbe es Facebook nicht, würden einige SchülerInnen vielleicht andere Wege finden, um das Lernen zu vermeiden, und so ebenfalls zu schlechten Noten kommen. Vielleicht erklärt sich der schlechtere Notendurchschnitt auch einfach dadurch, dass sie zu viel Zeit mit Social Networking verbringen", so Karpinski. Die zuletzt genannte Vermutung wird auch durch die Studienergebnisse bestätigt.

Weniger Lernen

So fanden die Forscher heraus, dass jene StudentInnen, die Facebook nutzen, im Durchschnitt zwischen einer und fünf Stunden pro Woche lernen. Bei Nicht-Usern der Online-Community liegt der entsprechende Wert mit durchschnittlich elf bis 15 Lernstunden wöchentlich deutlich höher. Von den im Rahmen der Untersuchung insgesamt befragten 219 US-Studenten waren 148 bei Facebook angemeldet. Den Studienergebnissen zufolge ist die Nutzung der Online-Community dabei in wissenschaftlichen und technischen Fachrichtungen stärker verbreitet als in den Human- und Sozialwissenschaften, die generell eher zu einer eingeschränkteren Internetnutzung tendieren. Auch solche Hochschüler, die mithilfe eines Nebenjobs ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, verbringen in der Regel weniger Zeit in dem sozialen Netzwerk. Ethnische oder geschlechtliche Zugehörigkeit scheinen hingegen keine besondere Rolle für das Ausmaß der Facebook-Nutzung zu spielen.(pte)