Wien - Während das Unterrichtsministerium und Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) am Mittwoch von keinen Problemen am ersten Test-Tag für die PISA-Studie berichtet haben, ist nach Ansicht der VP-nahen Schülerorganisation "Schülerunion" der von ihr ausgerufene Boykott des Tests "erfolgreich angelaufen". "In den Schulen wurde der Test von bis zu 80 Prozent der Teilnehmer boykottiert, wie etwa im BG Kundmanngasse in Wien. Die Berufsschule Wels 3 hat sogar bereits die Abhaltung an sich verweigert", so Matthias Hansy, Bundesobmann der Schülerunion, am Donnerstag in einer Aussendung.

Dass BIFIE-Direktor Günter Haider den ersten Test-Tag als "erfolgreich durchgeführt" bezeichnet habe, ist für Hansy "reine Propaganda". Haider habe als Leiter des BIFIE massives Interesse an der PISA-Durchführung, "da sein Job von der Durchführung dieses Tests abhängt". Die Schüler würden sich auf keinen Fall einschüchtern lassen und den Boykott auch weiterhin durchführen. Bundesschulsprecher Nico Marchetti (Schülerunion) betonte, dass die Idee zum Boykott der PISA-Tests aufgrund von vielen Anregungen von Schülervertretern entstanden sei. Unterrichtsministerin Claudia Schmied habe es hier "mit einem Flächenbrand von Protesten zu tun".

Schulen boykottieren fleißig

Laut Schülerunion haben bisher folgende Schulen den PISA-Test boykottiert (Stand: Donnerstag Vormittag): BG Laa an der Thaya: Mehrheitlich verweigert; HAK Telfs: Mehrheitlich verweigert; BG Waidhofen an der Thaya: Mehrheitlich verweigert; HBLA St. Johann: 100 Prozent verweigert; BS Kremsmünster: 100 Prozent verweigert; BS Pinkafeld: 100 Prozent verweigert; BG Steyr: 100 Prozent verweigert.

An der Berufsschule Wels 3 bestätigte Direktorin Renate Hammer auf Anfrage der APA, dass an ihrer Schule die Durchführung des Tests bis auf weiters still stehe. Der Direktor des BG Laa an der Thaya Thomas Jaretz betonte gegenüber der APA, dass an seiner Schule der PISA-Test heute durchgeführt wurde. Die Schüler seien die gesamten vorgesehenen drei Stunden anwesend gewesen, ob und wie sie den Test ausgefüllt hätten, wisse er nicht.

Am BRG Steyr (am von der Schülerunion angegebene BG Steyr finden heuer keine PISA-Tests statt, Anm.) erklärte Direktor Harald Gebeshuber, dass er gestern den für heute vorgesehenen Test abgesagt habe, weil dieser angesichts der Boykott-Drohung "keinen Sinn macht". Der Großteil der Schüler sei angesichts der Absage enttäuscht gewesen, er wollte ihnen aber ersparen, etwa wegen des Ausfüllens der Testfragen unter Druck gesetzt zu werden. Gebeshuber will jedenfalls abwarten, ob sich die politische Unruhe in nächster Zeit lege, schließlich sei bis Ende Mai Zeit für den Test. "Wir haben den Test verschoben, nicht aufgehoben", sagte er. (APA)