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Viele Eltern unterbinden die Bewegungsfreude ihrer Kinder aber aus Angst vor Verletzungen

Foto: APA/Harald Schneider

Wien - Jährlich verletzen sich rund 6.800 Kinder unter 15 Jahren auf Spielplätzen so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Fast die Hälfte der Unfälle sind Stürze aus der Höhe, beispielsweise wenn Kinder beim Spielen von Klettergerüsten, Schaukeln oder anderen Spielgeräten herunterfallen. Stürze auf gleicher Ebene, wie Stolpern oder Ausrutschen, machen rund ein Viertel der Unfälle aus, teilte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) in einer Aussendung mit.

Kein Radhelm auf dem Spielplatz

Körperliche Herausforderungen und Bewegungserfahrungen sind für die kindliche Entwicklung maßgeblich und sollten immer gefördert werden. Viele Eltern unterbinden die Bewegungsfreude ihrer Kinder aber aus Angst vor Verletzungen. "Manche Eltern lassen ihre Kinder aus Sorge, dass ihnen etwas passiert, nur mit Radhelm auf Spielplatzgeräten spielen. Das kann jedoch lebensgefährlich werden, da die Kinder mit dem Helm beim Klettern und Toben an Geräten hängen bleiben und sich strangulieren können", warnt sagt Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im KfV.

Der Radhelm sollte daher nur zum Radfahren benutzt und beim Eintreffen am Spielplatz abgenommen werden. "Leichte Verletzungen beim Spielen sind nicht weiter tragisch und gehören zur kindlichen Entwicklung dazu. Damit aber schwere Verletzungen verhindert werden, ist es wichtig, dass Geräte und Böden normgerecht gestaltet und gewartet werden und Eltern achtsam sind, wenn ihre Kinder am Spielplatz spielen", sagt Dunzendorfer.

Weniger Unfälle durch normgerechte Geräte

"Die Gestaltung des Bodens und der Geräte trägt maßgeblich zur Sicherheit am Spielplatz bei. Stoßdämpfende Materialien und sturzhemmende Böden wie Gras oder Rindenmulch im Fallraum von Spielgeräten reduzieren die Unfallgefahr deutlich", sagt Dunzendorfer. Spielplatzbetreiber und Gerätehersteller sollten unbedingt die vom Österreichischen Normungsinstitut veröffentlichten Sicherheitsnormen einhalten, damit Verletzungen vermieden oder möglichst gering gehalten werden. Spätestens nach Ende der Übergangsfrist am 1. Juni 2009 sollten Spielgeräte und Böden auf Spielplätzen diesen neuen Normen entsprechen. "Die Einhaltung der Normen ist zwar nicht verbindlich, wird aber dringend empfohlen. Diese Vorgaben für Gestaltung, Wartung und Betrieb von Spielplätzen haben das Ziel, Unfälle zu verhindern", betont Dunzendorfer. (red, derStandard.at)