Brüssel - Die Bezieher von Leistungen österreichischer Pensionskassen hätten europaweit die höchsten Verluste zu tragen. Das sagte der Leitende ÖGB-Sekretär Bernhard Achitz anlässlich der Präsentation einer Untersuchung. Studienautor Gerald Klec - Ex-Gewerkschaftsfunktionär - hält fest: "Kapitalmarktschwankungen wirken sich in den Vergleichsländern in aller Regel wesentlich weniger kräftig auf die Pensionshöhen aus, als das in Österreich der Falle ist."

Bei diesem Vergleich der Pensionskassensysteme von sieben EU-Staaten habe sich gezeigt, dass die Sicherungsmechanismen in Österreich am schlechtesten seien. "Österreich ist das einzige Land, wo alle Verluste" bei den Betriebspensionen "voll auf die Arbeitnehmer, auf die Anwartschaftsberechtigten, durchschlagen", kritisierte Achitz in Brüssel.

Die Arbeitgeber hätten sich ihres Risikos entledigt, die Schutzvorschriften seien aufgeweicht worden, sagte Achitz. Die Pensionskassen könnten Gewinne schreiben, obwohl die Anwartschaften der Leistungsbezieher massiv gekürzt wurden. Die ursprünglich im Pensionskassengesetz verankerte Mindestertragsgarantie wäre 2003 erstmals schlagend geworden, sei dann aber abgeschafft bzw. massiv abgeschwächt worden, kritisierte Achitz. "Wir verlangen eine gesetzliche Änderung in Richtung Mindestgarantie und mehr Transparenz bei der Veranlagung." Die Pensionskassen sollten überdies am Risiko beteiligt werden, Menschen sollten leichter aus dem System herauskommen können. (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 17.4.2009)