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Maulana Abdul Aziz lässt sich nach seiner Freilassung feiern. Bilder der spektakulären Flucht in der Burka gibt es leider nicht.

Foto: Reuters/Faisal Mahmood

Islamabad - Fast zwei Jahre nach dem blutigen Kampf um die Rote Moschee in Islamabad hat deren oberster Prediger Maulana Abdul Aziz zur Einführung des islamischen Rechts in ganz Pakistan aufgerufen. Schon bald werde der Islam auf dem gesamten Territorium durchgesetzt, sagte Maulana Abdul Aziz vor Tausenden von Anhängern am Freitag. Er war erst am Tag zuvor gegen Kaution freigelassen worden. Islamisten haben in Pakistan deutlich Zulauf erhalten, und die Regierung in Islamabad musste zuletzt die Taliban-Forderung erfüllen und im Swat-Tal im Nordwesten die Scharia einführen.

In der Roten Moschee von Islamabad hatten sich im Juli 2007 Islamisten verschanzt, das Gebäude wurde schließlich von Sicherheitskräften gestürmt. Dabei kamen mehr als 100 Menschen ums Leben. Maulana wurde festgenommen, als er versuchte, in Frauenkleidern zu fliehen. Mit dem Sturm auf die Moschee, in der sich wochenlang fanatisierte Islamisten verschanzt hielten, war eine Welle der Gewalt über Pakistan hereingebrochen. Aus Rache für die Erstürmung verübten Extremisten eine Serie von Selbstmordanschlägen und Attentaten, bei denen 300 Menschen starben.

Auf einer internationalen Geberkonferenz erhielt Pakistan am Freitag in Tokio Hilfszusagen in Höhe von mehr als fünf Milliarden Dollar. Allein die USA und Japan versprachen jeweils eine Milliarde Dollar, um die angeschlagene Wirtschaft des Landes und den Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen. Die Regierung in Islamabad hatte dem US-Sondergesandten für Pakistan und Afghanistan, Richard Holbrooke, einen entschlossenen Kampf gegen islamistische Aufständische zugesichert. (APA/AP)