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Offiziell geht es bei dem Taucheinsatz um die Kartierung des Toplitzsees.

Foto: APA/PICTURES UNLIMITED/FESL

Graz - Der lange Winter in der Steiermark macht einer US-amerikanischen Tauchtruppe zu schaffen: Weil der Toplitzsee noch immer von einer bis zu 20 Zentimeter dicken Eisdecke bedeckt ist, kann mit den Sondierungen frühestens in der kommenden Woche begonnen werden. Die Genehmigung für die Operation erlaubte den Forschern rund um Norman Scott bereits seit Mittwoch Tauchgänge durchzuführen.

Ende März hatte der US-Amerikaner aus Florida den Vertrag mit den Bundesforsten, denen das Gebiet rund um das Gewässer gehört, unterzeichnet. Auch die Naturschutzbehörde hatte ihre Einwilligung gegeben, in dem an sich für Taucher gesperrten steirischen Alpensee in die Tiefe zu gehen. Der Start der Sondierungen war bereits mehrmals in den vergangenen fünf Jahren verschoben worden. Nun hat Scott Zeit bis zum Beginn der Hauptsaison, den Toplitzsee zu erforschen.

Immer wieder NS-"Schätze"

Offiziell geht es bei dem Taucheinsatz zwar um die Kartierung des kleinen Sees im Salzkammergut, doch wie schon bei den unzähligen vergangenen Expeditionen schwingt auch die Hoffnung mit, ihm das eine oder andere Geheimnis aus der NS-Zeit zu entlocken. Sollte Normann jedoch die vermuteten "Schätze" aus dem Gewässer orten und herausholen wollen, muss zusätzlich ein limnologisches Gutachten erstellt werden, um den sensiblen Lebensraum nicht zu gefährden. Die Bundesforste hoffen, dass bei vollständiger Kartierung "Schwarztaucher" das Interesse an dem mythenumwobenen See verlieren werden.

Zuletzt hatte im Jahr 2000 eine aufwendige Tauchoperation des US-Fernsehsenders CBS im Toplitzsee keine neuen Erkenntnisse über irgendwelche verborgenen Nazi-Schätze gebracht. Nach mehreren Wochen Arbeit unter schwierigen Bedingungen im über 100 Meter tiefen See hatte man nur Pfund-Blüten gefunden, zum Großteil nur noch Fragmente, die man von einer französischen Restaurierungsfirma konservieren ließ. (APA/red)