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Akte X auf wienerisch: STOSS 2 bleibt geheim

Foto: AP Photo/20th Century Fox, Diyah Pera

Die Stadt Wien will die im vergangenen Jahr in Auftrag gegebene zweite Studie zu Open Source in der Stadtverwaltung (STOSS) offenbar geheim halten. In der Studie werden bisherige Erfahrungen und weitere Schritte zum Einsatz und Umgang mit freier Software evaluiert. Laut einer Anfrage der Grünen hätte STOSS 2 wie bereits die erste Studie schon im Herbst veröffentlicht werden sollen. Vonseiten der Stadt Wien gab es dafür nun jedoch eine Absage.

Von Linux zurück zu Vista

In der Wiener Stadtverwaltung wird seit mehreren Jahren der Einsatz von Open Source evaluiert. Seit 2005 wird das eigens entwickelte Wienux eingesetzt. Im vergangenen Sommer hatte das Projekt jedoch einen schweren Rückschlag erhalten, nachdem der Gemeinderat beschlossen hatte auf 750 von insgesamt 1.000 Linux-Arbeitsplätzen wieder Windows zu installieren. Eine klare Entscheidung für oder gegen Linux ist bislang noch nicht gefallen. Die Entscheidung soll mithilfe der zweiten Studie getroffen werden.

Studie hätte veröffentlicht werden sollen

Der zuständige SPÖ-Stadtrat Rudolf Schicker habe laut den Grünen nach einer ersten Anfrage im vergangenen Jahr zwar versprochen die Studie zu veröffentlichen, nun jedoch erklärt, dass die Studie nicht öffentlich gemacht werde. "Ziemlich ungeschickt von Stadtrat Schicker und auch politisch falsch. Denn nun werden sich die Spekulationen um den Inhalt der Studie verselbstständigen, anstatt uns die Möglichkeit zu geben eine offene und sachliche Diskussion über Vor- und Nachteile von Linux & Co führen zu können", so die Wiener Gemeinderätin Marie Ringler.

Heikle Marktinformationen

Gegenüber ORF.at habe es aus dem Büro des Stadtrats geheißen, dass die Studie noch nicht fertig sei und man sie aufgrund heikler Informationen ohnehin nicht veröffentlichen wolle. Es gehe um Informationen über die Marktsituation im Bereich Software, die den Mitbewerbern nicht zugänglich gemacht werden sollte. Die aufgrund der Studie getroffenen Entscheidungen sollen im Sommer 2009 bekannt gegeben werden.

Open Office und Linux-Server

Wie es mit dem Linux-Projekt der Stadt Wien weitergeht bleibt also vorerst weiterhin offen. Zur Eröffnungsrede der diese Woche stattfindenden Wiener Linuxwochen hatte Peter Pfläging von der MA14, der EDV-Abteilung der Stadt, erklärt, dass Linux am Desktop nur wenig genutzt werde. Parallel zu Microsofts Office-Suite wurde jedoch auf 14.000 von insgesamt 20.000 Rechnern Open Office installiert. Die Server für den elektronischen Akt laufen zudem auf Red Hat Linux. (br)