San Bruno  - Das Videoportal YouTube erweitert sein Angebot um Hunderte Fernsehserien und Filme aus Hollywood. Man habe mit zahlreichen Studios Nutzungsverträge abgeschlossen, erklärte die Tochterfirma des Google-Konzerns am Freitag in San Bruno (US-Staat Kalifornien). Unter den Partnern sind renommierte Produzenten wie Sony, CBS, MGM und die BBC.

Parallel startet eine Werbeplattform, mit der Kunden zwischen einzelnen Sendungen Spots zeigen können, wie es im TV üblich ist. Google-Chef Eric Schmidt deutete zudem an, dass sein Unternehmen für einige Inhalte in der Zukunft Geld verlangen könnte. Aufgrund hoher Kosten ist YouTube defizitär.

Amateur-Clips laufen separat

Bei den Filmen und Fernsehsendungen handelt es sich zumeist um ältere amerikanische Produktionen, die zunächst auch nur von den USA aus abrufbar sind. Die professionell hergestellten Inhalte will YouTube in einer separaten Rubrik anbieten und somit von den Amateur-Clips der Nutzer trennen. Damit soll das Videoportal für Werbekunden attraktiver werden. Die Betreiberfirma Google reagiert damit auf Konkurrenz durch Portale wie Hulu, ein Gemeinschaftsunternehmen von NBC Universal und der News Corporation. Es schafft mit aktuellen Produktionen wie der Serie "The Office" ein werbefreundliches Umfeld und lockt Millionen von Nutzern an.

Bei der Vermarktung will Betreiber Google künftig nicht mehr nur auf Werbung setzen. Auf Dauer seien auch Bezahlmodelle möglich, sagte Google-Chef Schmidt. Er brachte unter anderem das sogenannte Micro-Payment (Mikro-Bezahlung) ins Spiel - Nutzer überweisen dabei geringe Beträge für den Abruf eines Videos.

Google zahlte 1,25 Mrd. Euro

YouTube ist das weltweit größte Videoportal im Internet. Benutzer können kostenlos Video-Clips ansehen und hochladen. Das Unternehmen wurde im Februar 2005 gegründet und im Oktober 2006 für 1,65 Mrd. Dollar (1,250 Mrd. Euro) von Google übernommen. Neben Musikvideos sind vor allem Ausschnitte aus Filmen und TV-Sendungen sowie von YouTube-Anwendern selbst gedrehte Filme zu sehen. Wegen hoher Serverkosten und Lizenzgebühren für Inhalte schreibt das Videoportal rote Zahlen - laut einer Schätzung von Credit Suisse lag das Minus im vergangenen Jahr bei 470 Mio. Dollar. (APA/dpa)