Die US -Börsen beenden die Handelswoche erneut mit deutlichen Kursgewinnen. S&P 500 (+4,86%), Nasdaq Composite (+5%) und Dow Jones Industrials (+3,68%) tendieren nun schon 6 Wochen in Folge im Plus. Der Ölpreis pendelt sich knapp unter USD 50/Barrel ein, Gold tendiert bei 875/Unze.

Die gemeldeten Makrodaten fielen durchwachsen aus, (Berufs-)Optimisten sehen bereits ein Ende der Krise in Sicht. Besonders das Beige Book der Fed gab Grund zur Hoffnung. 5 der 12 regionalen Notenbanken sehen Anzeichen einer wirtschaftlichen Belebung, der Abwärtstrend habe sich deutlich verlangsamt. Der Empire Manifacturing Index - der die Industrietätigkeit des verarbeitenden Gewerbes im Raum New York abbildet - stieg von -38,23 auf -14,6 Punkte. Dies bedeutet den höchsten Stand seit Sept. 2008. Die Einzelhandelsumsätze fielen im März hingegen um 1,1%, der Konsens war von einem Plus in Höhe von 0,3% ausgegangen. Die Industrieproduktion fiel im März um 1,5%, die Kapazitätsauslastung sank von 70,3% auf 69,3%. Die Verbraucherpreise sind erstmals seit 50 Jahren deutlich gefallen. Im März fielen sie um 0,4%, auf Jahressicht um 0,1%.

Goldman Sachs meldete Quartalszahlen deutlich über Erwartungen, jedoch wurde auch der Berichtszeitraum verändert, insofern sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Der Gewinn erreichte USD 1,8 Mrd. bzw. USD 3,39 je Aktie. Die Kapitalerhöhung gefiel jedoch weniger. Goldman gab USD 5 Mrd. an Aktien aus, um das Regierungsdarlehen zurückzuzahlen. Nach Wells Fargo und Goldman konnte auch JPMorgan die niedrigen Erwartungen übertreffen. Besonders positiv überraschte das Investmentbanking, das die hohen Verluste aus dem
Kreditkartengeschäft überkompensieren konnte. Insgesamt wurde ein Quartalsgewinn von USD 1,52 Mrd. verbucht.

Anteilsscheine von Wal Mart fallen, nachdem der Umsatzanstieg im März enttäuschend ausfiel. Den Gewinn je Aktie erwarte man jedoch weiterhin am oberen Ende der erwarteten Spanne von 72-77 Cents/Aktie. CEO Mike Duke rechnet zudem mit keinem baldigen Ende der Rezession, eine V-förmige Erholung sei illusorisch. Flugzeugbauer Boeing gab eine Gewinnwarnung. Aufgrund geringerer Produktion und deutlicher Preisrückgänge solle der
Gewinn um 38 Cents je Aktie niedriger ausfallen. Konsumgüter-Multi Procter&Gamble meldete eine Anhebung der Dividende um 10% auf 44 Cents. Johnson & Johnson übertraf beim Gewinn die Konsensschätzungen, der Umsatzeinbruch enttäuschte jedoch. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde aufrecht gehalten.

Krankenversicherer WellPoint meldete den Verkauf des Verschreibungsgeschäfts NextRx an Express Scripts für USD 4,7 Mrd. Chiphersteller Intel meldete Zahlen über Erwartungen. Der Umsatz fiel um 26% auf USD 7 Mrd., der Nettogewinn knickte um 55% ein. Aufgrund der unsichern Situation werde man jedoch keinen Ausblick auf das laufende Quartal sowie das Gesamtjahr geben.

Sun Microsystems ist laut eigenen Aussagen weiterhin an einer Übernahme durch IBM interessiert. Die Übernahme geriet aufgrund möglicher massiver kartellrechtlicher Hürden ins Stocken. Abbott Laboratories meldete ein Gewinnplus von 55%, die hohen Erwartungen konnten jedoch nicht erfüllt werden. Die Umsätze fielen in der Pharma-Sparte um 5,7% auf USD 3,64 Mrd. Die Guidance für das Gesamtjahr in Höhe von USD 3,65-3,70/Aktie wurde weiter aufrecht gehalten und bestätigt. Burger King meldete einen deutlichen Umsatzrückgang für März. Besonders die vergleichbaren Umsätze fielen deutlicher als erwartet, was insofern enttäuschend ist, als die Konkurrenz im Fastfood-Bereich bisher von der Krise sogar profitierte.

In der nächsten Handelswoche melden zahlreiche Unternehmen Quartalszahlen. So zB Bank of America, Morgan Stanley, Apple, Boeing, American Express oder Microsoft. Nachdem Marktbreite, Dynamik und Sentiment weiterhin eine enorme Trendstärke signalisieren, gehen wir von einer Fortsetzung der Bärenmarktrallye aus. Als nächstes Ziel gilt die 880 im S&P500 (=23,6 % Fibonacci-Retracement) sowie nachgelagert sogar die 1.014 (38,2 % Retracement-Level).