Wien - Hypo Tirol hat sich den österreichischen Volleyball-Meistertitel aus Wien zurückgeholt. Nach zweijähriger Vorherrschaft der aon hotVolleys kehrten am Freitag die Innsbrucker auf den schon 2005 und 2006 eingenommenen Meister-Thron zurück, indem sie mit einem 3:2 (-24,-21,16,20,10)-Erfolg beim Titelverteidiger den vierten und entscheidenden Sieg in der "best of seven"-Finalserie der Austria VolleyLeague feierten und den Vergleich mit 4:0 für sich entschieden.

Lange Zeit hatte es nach dem ersten hotVolleys-Sieg in diesem Endspiel-Duell ausgesehen, erarbeiteten sich die Wiener doch eine 2:0-Satzführung. Zwar spielte die Truppe von Manager Peter Kleinmann zu Beginn nicht überragend, doch zweckdienlich. Im ersten Durchgang entschied nach drei vergebenen Satzbällen ein Annahme-Fehler Tirols nach Service von Youngster Oliver Binder, im zweiten Satz ging es um einiges klarer zur Sache.

Die Gäste schienen sich schon damit zu begnügen, den Meistertitel am kommenden Montag im fünften Finalspiel vor eigenem Publikum feiern zu können, als die hotVolleys Mitte des dritten Satzes bei bis dahin recht ausgeglichenem Stand plötzlich wegbrachen. Nach noch klar gewonnenem Satz steigerten sich die Tiroler fortan immer mehr vor allem am Block und erzwangen einen fünften Satz. In diesem waren die Innsbrucker mit dem Meistertitel vor Augen klar konsequenter und besser.

"Wir haben in dieser Saison alle unsere Ziele erreicht", meinte Tirol-Manager Hannes Kronthaler danach jubelnd, ehe er und seine Spieler sowie Trainer Stefan Chrtiansky den vom Wiener Sportstadtrat Christian Oxonitsch Meisterpokal in die Höhe stemmten. "Wir sind Meister, haben die MEVZA (Anm.: Mitteleuropaliga) gewonnen und im Europacup gut gespielt." Als Meister ihres Landes dürfen sich die Tiroler nun auf ihren Einsatz in der Champions League freuen.

Besonders viel bedeutet der Titel Chrtiansky, nachdem er in den vergangenen zwei Jahren persönliche Schicksalsschläge hinnehmen musste. "Das hier ist unbeschreiblich und ich bin überglücklich. Ich möchte mich bei der Mannschaft bedanken." Bei den ersten beiden Meistertiteln der Clubgeschichte war der Slowake als Sportdirektor tätig gewesen. Libero Fred Laure: "Ich freue mich auf die Champions League. Es sieht so aus, als würde die Mannschaft zusammenbleiben."

Ernüchternd trat Kleinmann vor die Mikrofone. "Meine Mannschaft hat nicht gekämpft, das hat sich durch die gesamte Saison gezogen", meinte der 61-Jährige. "Tirol hat hingegen gezeigt, wie ein Mann unter Druck Volleyball spielen muss. Unsere Mannschaft war nicht zum Kämpfen bereit, hat nur gespielt. Tirol ist daher ein würdiger Meister." Wie würdig, zeigt, dass Tirol alle sechs Saison-Duelle mit den hotVolleys für sich entschieden haben. (APA)

Topscorer: Antunovic 23, Nemeth 14, Schneider 13 bzw. Chocholak 26, Holmes 16, Gavan 15