Das deutsche Innenministerium warnt neuerlich vor möglichen Terroranschlägen in Deutschland. Innenstaatssekretär August Hanning verwies in einem Interview mit der Berliner "B.Z." (Sonntag-Ausgabe) auf jüngste "Besorgnis erregende Videobotschaften in deutscher Sprache direkt an uns mit Hinweisen auf das Wahljahr". Die Terrorgefahr für Deutschland sei deshalb "sehr real". Im September finden Bundestagswahlen statt.

Ausbildung in Pakistan

Die Terrororganisation IJU, zu der die "Sauerland-Attentäter" gehören, habe nach deren Festnahme weitere Anschläge angekündigt. "Die Terroristen wollen möglichst große Opferzahlen und große Aufmerksamkeit erzielen, wie in London der Flughafen, in Madrid der öffentliche Nahverkehr", wird Hanning zitiert. Ausbildung und Planung für Anschläge in Deutschland erfolgten in Pakistan: "Dort gibt es heute ganze Landesteile mit geminderter staatlicher Autorität als Rückzugsgebiet von Al-Kaida, mit Terror-Camps zur Ausbildung und Planung von Anschlägen auch in Europa".

Hackerangriffe

Der Staatssekretär bestätigte zudem Hacker-Angriffe auf deutsche Regierungscomputer: "Wir können die Täter nicht genau zuordnen. Aber ich kann bestätigen, dass deutsche Regierungscomputer gezielt angegriffen wurden, um sie auszuspähen." Die Angriffe seien entdeckt und unterbunden worden. Nun würden sowohl die technische Abwehr als auch die rechtlichen Instrumente weiter verbessert, sagte Hanning. (APA/AP)