Handelt es sich beim neuen Golf Plus um einen Golf VI, bei dem das Dach höher gesetzt wurde, oder um das Vorgängermodell, das mit den stilistischen und technischen Merkmalen der aktuellen Golf-Generation versehen wurde? Zutreffend ist Letzteres, im Grunde macht es aber keinen Unterschied.

Foto: saubereAutos.at

Tatsache ist, dass die bislang letzte Karosserie-Variante des Volkswagen Golf nun optisch und technisch überarbeitet zuversichtlich in die Zukunft blickt und sich dabei auf eine höchst erfolgreiche Vergangenheit stützen kann: Erst dreieinhalb Jahre ist die Hochdach-Version am Markt, und in dieser kurzen Zeit entschieden sich über eine halbe Million Käufer für die Kombination aus bewährten Golf-Qualitäten und einer neuen Innenraumflexibilität.

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Bei der optischen Überarbeitung des Golf Plus erzielten die Designer mit kleinem Aufwand maximale Wirkung: Natürlich sticht zuallererst die komplett erneuerte und dem aktuellen Golf VI angepasste Front ins Auge, doch sonst beschränken sich die Modifikationen im Grunde auf Details. Ein Beispiel: Die Silhouette des Golf Plus blieb praktisch unverändert, dennoch wirkt er nun dynamischer.

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Ein Eindruck, der nicht nur den neu gestalteten Stahl- und Leichtmetallrädern zu verdanken ist, sondern auch einem optischen Trick, dessen sich die Volkswagen-Fachleute bedienten. Die Dachreling ist nun flacher, dadurch wirkt das gesamte Fahrzeug tiefer gegen den Wind geduckt und sportlicher. Das Frontdesign mit den neu gestalteten Scheinwerfern und dem schlanken Band des Kühlergrills verleiht nun auch dem Hochdach-Modell den Eindruck der neuen "Wertigkeit", den der Golf VI etabliert hat.

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Unverändert geblieben ist nicht nur die Flexibilität des Innenraums, die sich unter anderem aus der um 160 Millimeter in Längsrichtung verschiebbaren Rücksitzbank, dem optional umklappbaren Beifahrersitz und dem variablen Ladeboden ergibt, sondern auch die Anzahl der Türen: Der Golf Plus ist weiterhin nur als Viertürer lieferbar.

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Neu hingegen ist das Cockpit, das nun über die neue Lenkradgeneration von Volkswagen verfügt sowie über die mattchrom-eingefassten Rundinstrumente, die Kenner der Marke bereits im neuen Golf, dem Passat und dem Passat CC gesehen haben, genauso wie die Regelung der Klimaautomatik. Und obwohl man nun überarbeitete Armaturen vor sich und ein neues Lenkrad in Händen hat, fühlt man sich im neuen Golf Plus auf Anhieb wohl und zu Hause.

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Das Raumgefühl ist unverändert geblieben, die Sitzposition so, wie man sie von den vorangegangenen Generationen kennt, und die neuen Features fügen sich so nahtlos in den Innenraum ein, dass sich altgediente Golf-Fahrer nicht umgewöhnen müssen, sondern sich bloß an dessen Aufwertung erfreuen können.

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Bereits die Basisausstattung "Trendline" bietet ein umfangreiches Sicherheits- und Komfortpaket mit sechs Airbags, ESP, einer Klimaanlage, einem höhenverstellbaren Fahrersitz und einem neuen Radio-CD-System. Bei der "Comfortline"-Version kommen unter anderem dann noch 16-Zoll-Felgen mit 205er-Reifen, Klapptische und Taschen an den Vordersitzlehnen, Komfortsitze und ein doppelter Ladeboden dazu. Die Topausstattung nennt sich "Highline" und bietet Sportsitze, Nebelscheinwerfer, eine Klimaautomatik und die speziellen "Cleveland"-Leichtmetallfelgen.

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Drei Benzinmotoren und drei Turbodieselaggregate stehen beim Golf Plus zur Wahl. Vor allem die neu entwickelten Vierventil-Common Rail-TDI-Aggregate zeichnen sich durch eine besonders hohe Effizienz aus. Die Einsteigerversion bei den Selbstzündern stellt der 90 PS starke 1,6 Liter dar, der sich durch besonders geringe Verbrauchswerte auszeichnet: 4,7 Liter Diesel genügen für eine Distanz von 100 Kilometern, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 125 g/km. Darüber rangiert der 110 PS starke Zweiliter, der sich trotz höherer Leistung mit einem Verbrauch von 5,1 l/100 km (134 g/km CO2) noch immer als sehr sparsam erweist.

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Erstaunlicherweise gibt Volkswagen auch für das starke 140 PS-Dieselaggregat denselben Wert von 5,1 l/100 km an. Dieses Triebwerk ist ein Meister der Effizienz, das im Golf Plus für eine Höchstgeschwindigkeit von 204 km/h sorgt. Die beiden Zweiliterversionen können statt des manuellen Fünf- (110 PS) bzw. Sechsgangsgetriebes (140 PS) im übrigen auch in Kombination mit dem Siebengang- Doppelkupplungsgetriebe DSG bestellt werden.

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Im Zuge der Österreich-Präsentation des Golf Plus konnten wir die ab einem Preis von 23.680,- Euro lieferbare 110 PS-Dieselversion einer kurzen Testfahrt unterziehen und damit jenes Modell, für das sich laut Volkswagen-Prognose die meisten österreichischen Käufer entscheiden werden. Diese Version stellt wahrscheinlich auch den besten Kompromiss aus Kaufpreis, Betriebskosten und Leistung dar.

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Mehr Leistung als Benziner ist zwar günstiger im Kaufpreis, dafür unwirtschaftlicher im Verbrauch, mehr Leistung als Diesel erhält man zwar bei identischen Verbrauchswerten, aber dafür gegen einen Aufpreis von knapp 1.900,- Euro. Mehr als die 110 PS, die das Zweiliter-TDI-Aggregat zur Verfügung stellt, benötigt man auch nicht, schließlich zielt der Golf Plus auch eher auf den Familienmenschen in uns ab und weniger auf den Rennfahrer.

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Dennoch lässt sich der Plus Golf-typisch sportlich bewegen, von der größeren Höhe ist auch bei rasanterer Kurvenfahrt nichts zu bemerken, der etwas höhere Schwerpunkt schlägt sich nicht in einer stärkere Karosserieneigung nieder. Auch sonst fühlt sich der Plus genauso an, wie er sich präsentiert - als Golf mit mehr Raum für Passagiere und Gepäck.

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Dass der optisch und technisch verbesserte Golf Plus ein würdiger Nachfolger der erfolgreichen ersten Generation ist, steht außer Frage. Die gewohnten Qualitäten wurden uneingeschränkt in das neue Modell übernommen und dort noch einmal betont. Und das schätzen treue Kunden: 3.500 Einheiten will Volkswagen heuer in Österreich absetzen, bis Mitte April wurden bereits 1.560 Verkäufe registriert. (saubereAutos.at)

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