Die genveränderte (GV-) Maissorte MON810 ist nur eine von vielen gentechnisch veränderten Pflanzen, mit denen sich die EU herumzuschlagen hat. Allerdings ist MON810 die wichtigste GV-Pflanze, da sie die einzige ist, die von der EU die Zulassung zum Anbau erhalten hat. Die zweite Maissorte, die eine mittlerweile aufgelassene Zulassung hatte, ist T25. Eine Reihe von Mitgliedern, so auch Österreich, haben ein Anbauverbot für MON810.
Alle anderen Zulassungen in der EU betreffen nicht den Anbau, sondern den Import von GV-Pflanzen, auch in Form von Lebens- oder Futtermitteln:

So gibt es etwa den Mais MON863, den Raps GT73 und den Raps M58/RF3, die in Österreich ebenso mit einem Importverbot belegt sind.

Entgegen vielfach anderslautenden Meldungen gibt es keine gentechnisch veränderten Milchsäuren oder Schimmelpilze, die Joghurts oder Käse zugesetzt werden. Auch das Weizenbier wird von natürlichen Hefebakterien naturtrüb, nicht von GV-Hefe.

Zusatzstoffe und Aromen, die mittlerweile häufig mit gentechnischen Technologien hergestellt werden, sind überall in der EU, so auch in Österreich, nicht kennzeichnungspflichtig. Dabei wandeln GV-Mikroorganismen Nährlösungen in Zusatzstoffe um: z.B. in das Vitamin B2, Vitamin C, Glutamat, Aspartam oder in Diacetyl (Butteraroma).

Nicht gekennzeichnet muss in Österreich Fleisch werden, bei dem das Tier mit GV-Futtermittel, etwa auf Sojabasis, aufgezogen wurde. Bei den Futtermitteln ist die Kennzeichnung erst ab einem Wert von 0,9 Prozent GVO vorgeschrieben. Fleisch aus biologischer Haltung wird deshalb als "GVO-frei" besonders beworben. (ruz, DER STANDARD, Printausgabe, 20.4.2009)