Ray Wise.

Foto: ProSieben

"Bevor du geboren wurdest, haben deine Mom und ich deine Seele an den Teufel verkauft", gesteht der Papa an Sams 21. Geburtstag. Was dem jungen Mann eigentlich gelegen kommt: Als College-Abbrecher mit Job im Baumarkt hat er seinen Platz im Leben ohnehin noch nicht gefunden.

Prompt meldet sich der Teufel, hinterlässt einen Handstaubsauger und erklärt, dass Sam einen entflohenen Höllenbewohner einsaugen müsse, sonst holt er die Mama. Des Pudels Kern: Sam ist jetzt ein "Reaper", und so heißt auch die Serie, die am Montag um 22.15 auf ProSieben beginnt.

Die Wiederauferstehung der Teeniekomödie im (warum so spät abends angesetzten?) Serienformat mischt innovationsfrei jene Zutaten, die spätestens seit Film-Albereien wie Dogma genreüblich sind: Ein Loser, der erst erkennen muss, was in ihm steckt, wird samt freakigen Freunden in eine - hier nicht allzu dichte - Aneinanderreihung unschuldig-pubertärer Gags geschickt. Klar, dass die erste Dämonenjagd scheitert, weil der Akkusauger nicht aufgeladen ist.

Die Blödelei fettet ein geschniegelter, alkoholfreies Bier trinkender Ray Wise als Teufel auf, der mit Rollen in Dallas, Twin Peaks oder 24 zum Standardinventar in US-Serien der letzten 30 Jahren gehört. An sommerlichen Abenden, an denen das junggebliebene Hirn nicht mehr denken will, stört sein diabolisches Grinsen auch nicht. (Alois Pumhösel/DER STANDARD; Printausgabe, 20.4.2009)