Wien - Die Niederösterreichische Versicherung baut ihre Bank-Partnerschaft mit der NÖ-Hypo stark aus und erweitert auch ihren Außendienst. Neben einer Volumsausweitung wolle man mit der Hypo auch den gegenseitigen Kundennutzen erhöhen, wie Generaldirektor Hubert Schultes am Montag zur APA sagte.

Der Außendienst soll saldiert von 270 auf 300 Stellen wachsen, "wir stellen also sicher 80 bis 100 Leute ein". Im Gegenzug werde in der Verwaltung etwas reduziert, so dass der Mitarbeiterstand von derzeit 650 etwas steigen wird.

30 Millionen werden abgeschrieben

Im Vorjahr konnten bei der Nö. Versicherung die Schäden und Kosten gedrückt werden, außerdem hatte man keine Belastungen durch Lehman Brothers, AIG oder Island zu verkraften. Allerdings mussten im 900 Mio. Euro großen Kapitalanlage-Portfolio Abschreibungen in Höhe von 30 Mio. Euro bei der Wertpapier-Veranlagung vorgenommen werden - fast doppelt so viel wie 2007 -, was aber durch Auflösung stiller Reserven egalisiert wurde. Die Aktienquote von 3 bis 4 Prozent im Vorjahr dürfte nun schon auf 2 Prozent gesunken sein, schätzt Schultes.

Die Combined Ratio liegt wieder unter 100 Prozent, nachdem der Kostensatz von 24,7 auf 24,3 Prozent gesenkt und die Schadenquote in Schaden/Unfall - die 2007 noch 75,7 Prozent betragen hatte - deutlich verbessert werden konnte. Als nächstes soll die Kostenquote unter 24 Prozent kommen.

Leben-Neuabschlüsse stagnieren

Auch 2009 wird das Wachstum im Versicherungsgeschäft nur verhalten sein: In der Lebensversicherung stottern die Neuabschlüsse, und die Kfz-Sparten sind überhaupt rückläufig. 2008 wuchsen die Einnahmen in Leben insgesamt um etwa 4 Prozent, gegen laufende Prämie um 1 1/2 bis 2 Prozent. Auch heuer sei man bei den laufenden Prämien im Plus, das Neugeschäft laufe aber "nicht so toll". Nach schwachem Jänner und Februar sei der März besser gewesen, aber immer noch unter Vorjahr. An Gesamtverzinsung in Leben zahlt man derzeit 4 1/8 Prozent.

Zuwächse in Leben gebe es derzeit vornehmlich durch die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge. Deshalb unterstützt Schultes auch das Forderungspaket des Versicherungsverbandes. Das Produkt sollte auch für die Pflege geöffnet werden. Zudem sollte die Absetzbarkeit für Zukunftssicherungsmaßnahmen gemäß § 3/15 EStG von 300 auf 800 Euro jährlich erhöht werden, "das wäre ein wunderbarer Kick".

"Schönes Plus" bei Schaden/Unfall

In Schaden/Unfall wächst man heuer bisher um über 4 Prozent, nach 2 Prozent im Vorjahr. Dieses "schöne Plus" werde aber durch einen wahren "Preiskampf" in Kfz getrübt, der die Nö. Versicherung "mit voller Wucht getroffen" habe. In der Kfz-Haftpflicht sanken die Einnahmen im Vorjahr um 3 Prozent, im Bestand um über 5 Prozent. Auch heuer setze sich das 3-prozentige Minus fort, "weil wir nicht jede Entwicklung in der Branche mitmachen wollen". Dadurch verliere man Stück, auch die Durchschnittsprämie verringere sich. In der "sehr kompetitiven" Situation versuche man, das Geschäft abzusichern, und das gelinge auch gut. Die jüngste Kfz-Offensive der Nö. Versicherung umfasst etwa Rabatte für Jahreskarten-Besitzer oder Bioethanol-Autos.

Beim vorjährigen EGT bzw. Bilanzgewinn liege man mit 5 Mio. Euro brutto (vor Steuern) auf Plan. Und das sei "äußerst respektabel in Zeiten wie diesen", sagt Schultes. Im Detail soll die Bilanz nach Befassung durch Aufsichtsrat und Hauptversammlung Mitte Mai offiziell präsentiert werden. 2007 hatte man ein EGT von 25 Mio. Euro erzielt und einen Netto-Jahresüberschuss von 19 Mio. Euro, nach 12 Mio. Euro.

2007 hatte die Niederösterreichische Versicherung Prämieneinnahmen von 243 Mio. Euro erzielt, davon 199 Mio. Euro in Schaden/Unfall und 44 Mio. Euro in Leben. Die Leistungen betrugen 172 Mio. Euro, davon 152 Mio. Euro in Schaden/Unfall und 21 Mio. Euro in Leben. (APA)