Der Softwarekonzern Adobe will mit seinem Multimedia-Technologie Flash nach dem Web nun auch die heimischen Wohnzimmer der Nutzer erobern. Das Unternehmen präsentierte hierfür heute, Montag, auf der US-Technologieveranstaltung NAB Show in Las Vegas eine weiterentwickelte Flash-Version, die hochqualitative Videoinhalte auf internetfähige TV-Geräte, Set-Top-Boxen, Blu-ray-Player und andere digitale Home-Entertainment-Endgeräte bringen soll. Laut Angaben des Softwareherstellers ist die aktuell vorgestellte Softwareversion namens "Adobe Flash Platform for the Digital Home" ab sofort für Originalausstatter von entsprechenden digitalen Geräten beziehbar. Mit ersten Produkten, in der die neuartige Technologie integriert ist, würde bereits in der zweiten Jahreshälfte 2009 gerechnet.

"Unsere längerfristige Vision ist es, Flash auf allen mit einem Display ausgestatteten Endgeräten zur Verfügung zu stellen"

"Die Adobe Flash Platform for the Digital Home wird die Art und Weise, wie wir Video-Content auf dem Fernsehgerät konsumieren, grundlegend verändern", erklärt David Wadhwani, General Manager und Vice President der Platform Business Unit bei Adobe. Die Verbraucher würden auf Flash-Technologie basierende Videos, Applikationen und Dienste heute nicht mehr nur am PC, sondern auf allen möglichen verschiedenen Bildschirmen nutzen wollen. "Unsere längerfristige Vision ist es, Flash auf allen mit einem Display ausgestatteten Endgeräten zur Verfügung zu stellen", betont Adobe-Sprecher Alexander Hopstein gegenüber pressetext. Um dieses Anliegen voranzutreiben, habe der Softwarekonzern das sogenannte Open Screen Project initiiert. "Wir sind in dieser Hinsicht zwar noch nicht am Ende des Wegs angekommen, mit der aktuell vorgestellten für TV-Geräte optimierten Flash-Version schaffen wir aber einen wichtigen Schritt, um unser Ziel zu erreichen", meint Hopstein.

"Die Zahl der TV-Hersteller, die ihre Geräte mit einem Netzwerkzugang ausstattet, nimmt deutlich zu"

Dass die bekannte Adobe-Software nach dem Internet nun auch in anderen Bereichen wie dem Mobile- oder dem TV-Sektor zum Einsatz kommen soll, ist für Hopstein nur eine "logische Konsequenz". "Die Zahl der TV-Hersteller, die ihre Geräte mit einem Netzwerkzugang ausstattet, nimmt deutlich zu. Bislang ist aber trotzdem zumeist der Umweg über den Computer notwendig, um Online-Videos am Fernsehbildschirm betrachten zu können. Mit der neuen Flash-Version machen wir den Web-Content direkt auf dem TV zugänglich", erläutert der Adobe-Sprecher. Dass dieses Engagement innerhalb der Entertainment-Branche sehr geschätzt werde, verdeutliche schon alleine die Vielzahl der Partnerunternehmen, die sich ausdrücklich für einen weiteren Ausbau der Flash-Technologie aussprechen würde.

Adobe war mit seinem Flash-Player bislang vor allem im Computerbereich sehr erfolgreich. Einer Erhebung des US-Marktforschungsinstituts comScore zufolge werden knapp 80 Prozent der weltweiten Online-Videos mithilfe der Flash-Technologie betrachtet. "Rund 98 Prozent der Internet-PCs haben unsere Software installiert", bestätigt Hopstein. Flash sei dabei aber weit mehr als ein reines Animationsformat. "Es ermöglicht sowohl die Betrachtung von Videos als auch die Nutzung von Rich-Internet-Applikationen", so Hopstein abschließend. (pte)