Wien - In drei aufeinander folgenden Abenden wird das Thema Übergewicht aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit fachlicher Kompetenz betrachtet: aus medizinischer, psychologischer und psychotherapeutischer Sicht, aus ernährungstechnischer Sicht und unter Einbeziehung von Bewegung. Fünf Expertinnen: Heidemarie Degendorfer-Reiter (Ärztin für Allgemeinmedizin und Sportmedizin), Rahel Jahoda (Klinische- und Gesundheitspsychologin und Psychotherapeutin),  Ursula Knell (Klinische- und Gesundheitspsychologin), Brigitte Bachmann (dipl. Ernährungsberaterin nach TCM) und Gabriele Haselberger (Bewegungsanalytikerin) werden jeweils an einem der drei Abende einen bestimmten Aspekt hervorheben.

Termine:
29.4., 19:00 Uhr: Was den Körper bewegt. Medizinische und bewegungstherapeutische Aspekte
6.5., 19:00 Uhr: Was den Körper (er)nährt. Ernährung aus der Sicht von TCM
13.5., 19:00 Uhr: Was der Körper zum Ausdruck bringt. Psychische Hintergründe von Übergewicht)
Kosten: 12 EUR / Einzel-Abend; 3-Abende als Paket: 30 EUR.

Fastenzeit! Fastenzeit ist Abnehmzeit. Jede zweite Zeitschrift führt die neueste Diät an, klärt über die neuesten Abnehm-Tipps auf und erzählt über die Epidemie des 21. Jahrhunderts: das Übergewicht. Mit jeder Zeile wird der ‚Schreck' größer. Erfahrungsgemäß sind jene Menschen, die übergewichtig sind, mit allen möglichen Formen der Ausgrenzung konfrontiert. Sowohl von ihrer Umgebung als auch von ihnen selbst sind sie massivem Druck ausgesetzt - was das Problem keinesfalls erleichtert, sondern eher noch erschwert.

Multifaktorielles Übergewicht

Das Zusammenspiel körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren können zu Übergewicht und Adipositas oder Fettsucht führen. Laut einer Studie aus dem Jahre 2000 besteht bei mindestens 25 Przent der erwachsenen Adipösen die Essstörung Binge-Eating Disorder. Diese Essstörungsproblematik liegt vor, wenn große, hochkalorische (ca. 600 bis 3000 kcal / Essanfall) Nahrungsmengen auf einmal verschlungen werden und keine kompensatorischen Maßnahmen im Anschluss daran durchgeführt werden. Diese Essanfälle sind meist mit einem Gefühl von Kontrollverlust und Schuldgefühlen verbunden. Ein Risikofaktor für das Entstehen von Binge-Eating Disorder ist das sogenannte ‚gezügelte Essverhalten'.

Die Betroffenen leiden unter Isolation und der Einschränkung sozialer Kontakte, was die Essstörung noch verstärkt. Ein Teufelskreis, der nur schwer durchbrochen werden kann. Daher sollte eine Therapie für Menschen mit Binge-Eating Disorder nicht nur psychotherapeutische und medizinische Behandlung umfassen, sondern auch den sozialen Aspekt berücksichtigen, sowie den Bereich Ernährung und Bewegung mit einbeziehen.

Was den Körper bewegt

Medizinisch gesehen sind die meisten überaus gut über die Folgen von Übergewicht informiert, daher möchte Heidemarie Degendorfer am 29. April andere Aspekte einbringen. Wie etwa: wie wird Essen im Körper aufgenommen, wann macht es Sinn zu essen und wann nicht. Gabriele Haselberger (Bewegungsanalytische Therapeutin) wird auf den Aspekt der Bewegung eingehen, wie Bewegung im Alltag integrierbar ist und lustvoller werden kann.

Was den Körper (er)nährt

Ernährungsvorschriften gibt es viele - es ist schwierig, sich im Dschungel der unterschiedlichen Diäten, Essenstipps und -ratschlägen einen für sich gangbaren Weg zu finden, der nicht mit Steinen der Frustration gepflastert ist. Brigitte Bachmann wird am 6. Mai die Ernährung aus dem Blickwinkel von TCM betrachten, bei dem es nicht ums Hungern geht, sondern um einen mehr entspannten Umgang mit Ernährung - und zwar ganz praktisch.

Was der Körper zum Ausdruck bringt

Dass Essen mehr ist als die Aufnahme von Energie ist hinlänglich bekannt. Immer wieder wird Essen benutzt, um Spannung zu regulieren und negative Gefühle wie Langeweile, Frustration, Angst oder Einsamkeit nicht spüren zu müssen. Welche Zusammenhänge zwischen Essen und Gefühle und unbewussten Konflikten bestehen können, darauf werden Mag. Rahel Jahoda und Mag. Ursula Knell am 13. Mai näher eingehen.

Kosten: 12 EUR / Einzel-Abend; 3-Abende als Paket: 30 EUR. (red)