Bild nicht mehr verfügbar.

Dietrich Mateschitz erhöht weiter den Red-Bull-Markenwert.

Foto: AP/Arne Dedert

Wenn es um Persönliches geht, wird Dietrich Mateschitz, Chef und Miteigentümer des Energy-drink- und Sportimperiums Red Bull, heikel: Der laut Forbes-Liste hunderteinundfünfzigstreichste Mann der Welt versucht sein Privatleben verbissen der Öffentlichkeit vorzuenthalten, will so wenig wie möglich über die (zahlreichen) schönen Frauen an seiner Seite in Klatschillustrierten lesen (gerade wenn sie ihm, wie das Seitenblicke-Magazin, selbst gehören), will eher vermeiden, dass man erfährt, in welchem Fußballklub sein 1992 geborener Sohn hobbymäßig kickt, will weder mit der Anzahl seiner Autos, Flugzeuge oder dem Namen seiner Insel in Fidschi (Laucala) öffentlich angeben und verliert schon einmal die Contenance, wenn ein Journalist seine Mutter in der Steiermark anruft, um für eine Biografie über einen der erfolgreichsten österreichischen Unternehmer der Neuzeit zu recherchieren.

Mateschitz wurde am 20. Mai 1944 (sein Sternzeichen ist sogar der Stier) in St. Marein im Mürztal geboren. Nach wenig glorreicher Matura in Bruck an der Mur studierte der junge Mateschitz in Wien Schiffsbau, nach zwei Jahren wechselte er an die Hochschule für Welthandel, von der er mit 28 Jahren als Diplomkaufmann abging. Er heuerte bei Unilever an, wurde Zahnpastamanager, sah die Welt, machte Karriere.

Als er 40 Jahre alt war, sprang er ab: Er setzte sich in den Kopf, aus dem thailändischen Wachbleib-Sirup "Krating Daeng" ("Roter Wasserbüffel" )eine Weltmarke zu kreieren. Gelungen. Red Bull verkauft pro Jahr mehr als drei Milliarden Dosen. Die Firma ist eine gut laufende Marketingmaschinerie, jede Aktivität - auch das nach einer Partnerschaft mit Sauber und vier Saisonen mit eigenem Stall nun erfolgreiche Formel-1-Engagement - muss Vermarktungshilfe sein. Mateschitz steuert Red Bull patriarchalisch, nur die thailändische Miteigentümerfamilie Yoovidhya wird konsultiert. Sein Managementstil bringt es mit sich, dass bisher keiner der präsumptiven "Kronprinzen" in der Firma geblieben ist.

Vom 1,5 Milliarden-Euro-Marketingbudget geht ein Viertel in den Sport, Mateschitz ließ sich bei den Engagements zunächst von Vorlieben leiten. Breitensportarten wie Fußball - mit Red Bull Salzburg ist man auf Meisterkurs - kamen erst spät dazu. Der Hobbyextremsportler sieht sich als "Wrumm-Wrumm-Typ" und pflegt ein gewisses Macho-Image wie auch die passenden Männerfreundschaften, etwa zu Gerhard Berger (Formel 1), Heinz Kinigadner (Motocross) oder Arnold Schwarzenegger (Hollywood). (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.4.2009)