Foto: Doc Morris
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Die Agentur Grey Deutschland muss bei einer Werbekampagne für Doc Morris zurückrudern. Mit einer Darstellung Mao Tse-tungs als Spermium für Präservative hat die Versandapotheke Doc Morris den Zorn der chinesischen Medien und zahlreicher Internet-Nutzer auf sich gezogen. In den Anzeigen sind Spermien zu sehen, eine davon trägt die typische Mao-Frisur, daneben prangt ein Kondom. Ähnliche Werbemotive zeigen ein Hitler-Spermium - erkennbar an Schnurrbart und Seitenscheitel - und ein Osama-bin-Laden-Spermium mit Turban und Bart.

Zornige Kommentare

Dass der Gründer der Volksrepublik China dabei in eine Reihe mit Hitler und dem Terroristenanführer Bin Laden gestellt wird als Mensch, dessen Zeugung durch Kondome besser hätte verhindert werden sollen, brachte zahlreiche Chinesen auf. Die chinesische "Volkszeitung" widmete dem Thema auf ihrer Website eine ganze Seite mit zornigen Nutzer-Kommentaren. Laut der "Global Times" übersandte die Werbeagentur Grey Worldwide dem chinesischen Konsulat in China ein Entschuldigungsschreiben.

Opfer des Web 2.0

Laut Grey Deutschland sind die Sujety nie in irgendeinem bezahlten Medium erschienen, sondern nur auf Websites. "Wir haben verlangt, dass die Anzeige sofort entfernt wird", so die Agentur in einer Aussendung. Weiters heißt es: "Wir verstehen, dass diese Anzeige wegen der optischen Bezugnahme auf den Vorsitzenden Mao in China Gefühle verletzt hat. Grey hat sich aufrichtig entschuldigt und der chinesischen Botschaft in Deutschland in aller Form versichert, dass diese nicht autorisierte Anzeige nie erscheinen wird. Wir zollen China, dem chinesischen Volk, seiner Kultur und seinen Institutionen höchsten Respekt."

Im vergangenen Jahr musste sich der französische Autobauer Citroen entschuldigen, nachdem er einen schielenden Mao mit schiefem Mund in einer Werbung in Spanien eingesetzt hatte. Dieser wurde schließlich durch einen wütenden Napoleon ersetzt. (red/APA)