Wien - "In der Schule lernt man immer nur über die alte Kunst, die moderne geht meist verloren. Das liegt vielleicht daran, dass wir keine entsprechenden Unterrichtsmaterialien verwenden", klagt Josef Rabitsch, Schüler des Wiener Musikgymnasiums Neustiftgasse. Um Abhilfe zu schaffen und Jugendlichen Moderne Kunst näherzubringen, haben Herausgeberin Michaela Leutzendorff-Pakesch und Chefredakteurin Sabine Kienzer das Kunstmagazin Schau entwickelt. Ihre Zielgruppe sind Jugendliche bis 16 Jahre, und so war in die Gestaltung des vierteljährlich erscheinenden Magazins auch eine "Expertengruppe" aus zehn Kunstinteressierten im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren eingebunden, unter ihnen auch Josef Rabitsch.

Nationale und internationale Künstler kommen zu Wort, ebenso wie die Jugendlichen selbst. Um Lehrer auf die Möglichkeit der Verwendung von Schau als Unterrichtsmedium hinzuweisen, wurde die Märzausgabe gratis an Schulen verschickt. Kooperationen mit Museen sollen ein weiterer Anreiz sein: Der aktuellen Ausgabe liegt eine Gratiseintrittskarte für eine Schulklasse in die Wiener Secession bei.

Man bekommt das Magazin nicht nur im Schulunterricht, sondern auch in Buchhandlungen, und um acht Euro wird Schau sogar viermal jährlich nach Hause geschickt. "Wir hoffen, dass wir uns durch das Abo und die Anfragen der Schulen in naher Zukunft sogar selbst finanzieren können", so die Herausgeberin des werbefreien Magazins, das vom Ministerium für Unterricht, Kunst und Kultur gefördert wird. (Selina Thaler/DER STANDARD-Printausgabe, 21. April 2009)