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Die Zahl der Giraffen, Kuhantilopen, Impalas (im Bild) und Warzenschweine hat in der Masai Mara in nur 15 Jahren erheblich abgenommen.

Foto: REUTERS/Radu Sigheti

Nairobi - Die Zahl der Wildtiere in der Masai Mara in Kenia ist drastisch zurückgegangen. Die Region gilt zusammen mit der angrenzenden Serengeti im Nachbarland Tansania als eines der beeindruckendsten Naturschutzgebiete in Ostafrika. Doch der Wildtierbestand in dem vermeintlichen Tierparadies schmilzt zusehends dahin.

Die Zahl der Giraffen, Kuhantilopen, Impalas und Warzenschweine hat in nur 15 Jahren "erheblich abgenommen", berichten kenianische Forscher in der Mai-Ausgabe des britischen Fachmagazins Journal of Zoology. Grund dafür sei die zunehmende Anzahl menschlicher Siedlungen. Die Dorfbewohner nutzen den bisherigen Lebensraum der Tiere als Acker- und Weideland.

Im Vergleich zu 1989 gab es laut Zählung Rückgänge von 95 Prozent bei Giraffen, 80 Prozent bei Warzenschweinen, 76 Prozent bei Kuhantilopen und 67 Prozent bei den Impalas. Die Forscher des International Livestock Research Institute (ILRI) in Nairobi hatten insgesamt sieben Huftierarten des Masai Mara Nationalparks zwischen 1989 und 2003 monatlich überwacht.

Finanziert wurde die Studie von der Umweltstiftung WWF (World Wide Fund for Nature). Nach Aussagen der Forscher stehen die Rückgänge im Einklang mit früheren Studien, die dramatische Rückgänge bei den im Reservat einstmals reichlich vorhandenen Gnus, Gazellen und Zebras aufzeigten.

Sofortige Maßnahmen notwendig

"Die von uns dokumentierte Situation zeichnet ein düsteres Bild. Wenn wir dieses Kleinod der Natur vor der Katastrophe retten wollen, sind sofortige einschneidende Maßnahmen unumgänglich", sagte Joseph Ogutu, der Hauptautor der Studie.

Die Veränderung der Lebensweise der in der Region heimischen Massai, die ursprünglich nomadisierende Viehzüchter waren, aber zunehmend sesshaft werden und Landwirtschaft betreiben, führe zu Konflikten zwischen Menschen und Tierwelt: "Die Tiere wandern ständig zwischen dem Reservat und den umliegenden Ranchlands hin und her. Dabei müssen sie zunehmend mit den rings um die menschlichen Siedlungen anzutreffenden Viehherden und ausgedehnten Anbauflächen um ihren Lebensraum konkurrieren." Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass vor allem in Zeiten der Dürre die Dorfbewohner ihr Vieh trotz Verbots im Nationalpark grasen lassen. (APA/dpa/red)