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Zu wenig Infos über die breite Palette an möglichen Ausbildungen und die gesellschaftlichen Rollenbilder nennt Frauenministerin Heinisch-Hosek als Gründe, warum so viele Mädchen nach wie vor Verkäuferin werden wollen.

Foto: APA/AP/Martin Meissner

Wien - Rund 70 Prozent der Mädchen wählen aus nur zehn Lehrberufen aus. Ganz oben auf der Liste steht der Einzelhandel, gefolgt von Bürokauffrau und Friseurin. Das wirkt sich auch auf die Gehaltsschere aus, meinte Frauenministerin Heinisch-Hosek am Dienstagabend. Um diese Muster aufzubrechen, lädt sie am Donnerstag zum "Girls' Day", an dem Mädchen in sämtlichen Berufssparten schnuppern können.

Verkäuferin, Friseurin, Gastgewerbe

Rund 24 Prozent der Mädchen, die eine Lehre absolvieren wollen, zieht es in den Einzelhandel. Mit 12,5 Prozent folgt der Berufswunsch Bürokauffrau, zwölf Prozent möchten Friseurin werden. Ebenfalls beliebt sind laut der Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer die Berufe Restaurantfachfrau, Köchin, Gastronomiefachfrau sowie Hotel- und Gastgewerbeassistentin. Das Problem dabei: Rund 70 Prozent der Mädchen wählen aus zehn Lehrberufen, bei den Buben liegt dieser Wert bei 43,9 Prozent.

Unterschied bei Lehrlingsgehältern

"Allein bei den Lehrlingsgehältern gibt es aber große Unterschiede", betonte Heinisch-Hosek. So liege das Einstiegsgehalt eines Elektroinstallateurs bei 1.800 Euro brutto, eine Friseurin verdiene anfangs aber nur 1.530 Euro brutto. Deshalb will die Frauenministerin Mädchen auch für andere, besser bezahlte Jobs begeistern.

Rollenbilder und Infonotstand

Dass Mädchen noch immer gerne "klassische Frauenberufe" wählen, liegt für Heinisch-Hosek an mehreren Faktoren. "Grundsätzlich sind es die Rollenbilder in der Gesellschaft. Diese beginnen bei den Kleinsten in der Familie und werden fortgesetzt in den Bildungseinrichtungen." Außerdem, meinte die Frauenministerin, müsse die Berufsorientierung mehr in die Schulen gehen.

Großer Anklang

Allein der Bundesdienst bietet laut Heinisch-Hosek über 50 Lehrberufe - neben klassischer Verwaltungstätigkeit könne man im Bundesdienst sogar als Archäologin tätig sein. "Heuer können wir 300 neue Lehrlinge aufnehmen, insgesamt beschäftigen wir rund 1.000 Lehrlinge", betonte die Frauenministerin.

Für den "Girls' Day" haben sich heuer 1.420 Mädchen zwischen elf und 16 Jahren angemeldet. (APA)