Lloyd Cole schätzt man - oder man kennt ihn nicht. Zumindest wenn man ein Ohr für intelligentes Songwriting besitzt, wird man an dem Briten kaum vorbeikommen. Schon in den 80ern, bei seinem Auftauchen, ließ er erkennen, dass Songwriting für ihn nur eine andere Form von Literatur ist. Nach dem Split von seiner Band, den Commotions (Lost Weekend!), machte er solo weiter, lebt heute in den USA und frönt dem mäßig sympathischen Hobby Golf. Bei Helden schluckt man ja so manche Krot. Aktuell tourt der für einen gewissen Zynismus anfällige Sympath mit der Kompilation Cleaning Out The Ashtrays. Darauf befinden sich bislang unveröffentlichte Songs und Raritäten, die eingefleischte Fans wie der Wiener Theaterkritiker Wolfgang Kralicek mittels Ehrenplatz unterm Kopfpolster wertschätzen. (flu, DER STANDARD - Printausgabe, 22. April 2009)