Riad - Die Nationale Menschenrechtsorganisation von Saudi-Arabien will durchsetzen, dass jugendliche Verbrecher in dem islamischen Königreich künftig nicht mehr enthauptet werden dürfen. Die Zeitung "Arab News" berichtete am Mittwoch, das Gremium habe in seinem Jahresbericht für das Justizministerium einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. Dieser sieht allerdings nicht vor, dass jemand, der eine Straftat vor Vollendung des 18. Lebensjahres verübt, grundsätzlich nicht mehr hingerichtet werden darf.

Die Vollstreckung der Todesstrafe soll nur so lange verschoben werden, bis der Verurteilte volljährig ist. Damit würde allerdings Zeit gewonnen, um die Familie des Opfers davon zu überzeugen, auf die Vollstreckung zu verzichten. Nach dem in Saudi-Arabien geltenden islamischen Recht, der Scharia, können die Angehörigen des Opfers auf die Enthauptung des Täters verzichten und stattdessen "Blutgeld" von ihm fordern.

Die Todesstrafe wird in Saudi-Arabien wegen Mordes, Vergewaltigung und Drogenschmuggels verhängt. Zum Tode verurteilte Männer werden mit dem Schwert enthauptet; Frauen werden erschossen. (APA/dpa)