Der Unternehmer hält den finanziellen Einsatz für gerechtfertigt. Auch in der Krise der Leiharbeitsbranche.

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Wien - "Das ist sicher der bisher größte Erfolg, seit wir im Fußball engagiert sind", sagt Richard Trenkwalder. Zwar seien die Zeiten des permanenten Aufstiegs mit Schwadorf schöne gewesen, aber der Einzug des FC Admira ins Cupfinale (3:1-Erfolg bei den Amateuren der Wiener Austria) schlage wirklich alles.

Seit 1. Juli 2008 ist Trenkwalder Präsident der Admira, der neuen Admira, des Fusionsprodukts aus dem ASK Schwadorf und dem Traditionsklub Admira/Wacker also, der vor zuletzt 13 Jahren ein Cupfinale erreicht hatte und dessen Namen jetzt eben ein FC Trenkwalder voransteht. Für den Präsidenten ist das nur recht, wenn auch nicht ganz billig. Schließlich hält er sich zugute, die Admira vor dem Aus bewahrt zu haben. Und er hat sich (auch durch die mitübernommene Akademie) ein Sprungbrett in die höheren Sphären des Kicks gesichert. Rund drei Millionen Euro lässt sich Trenkwalder, Gründer und Vorstandsvorsitzender des gleichnamigen Personaldienstleistungsunternehmens, die Basis in dieser Saison kosten.

An der Rentabilität für sich und also seine Firma zweifelt der 60-Jährige nicht. "Der Fußball", sagt Trenkwalder, "ist ein strategischer Marketingansatz." Eine Image-Erhebung aus dem Vorjahr habe dem Unternehmen Rang 31 unter allen österreichischen Firmen bescheinigt. "Das ist ein sensationeller Wert für eine Leiharbeitsfirma." Vor zwei Jahren, als sein ASK Schwadorf in die zweite (Erste) Liga aufgestiegen war, sah sich Trenkwalder erst unter den Top 80. Heute sei der Fußball ein "Türöffner" für seine Mitarbeiter.

Ihre Zahl hat in den vergangenen Monaten konjunkturbedingt allerdings deutlich abgenommen. "Sie ist von 70.000 auf 50.000 gefallen" , sagt Trenkwalder. Vor allem auch in der Autozulieferindustrie wurden zunächst Leiharbeiter gekündigt. Dennoch fürchtet der Chef nicht ein ähnlich negatives Echo auf sein Fußball-Engagement, wie es Frank Stronach erntet, der zumindest sechs Millionen Euro in den FC Wr. Neustadt steckt, während Beschäftigte in Magna-Werken auf Löhne in etwa gleicher Höhe verzichten sollen. "Bis jetzt habe ich keinen Unmut bei unseren Mitarbeitern bemerkt", sagt Trenkwalder, der sich mit Stronach ohnehin nicht vergleichen will ("Auf ihn fehlt mir eine Kommastelle.").

Und außerdem werde ja schon gespart. 1,5 Millionen Euro sollen beim FCAdmira durch die Nichtverlängerung auslaufender Verträge hereinkommen, wohl auf mehrere Saisonen verteilt. Härter wird es den deutschen Traditionsklub 1860 München treffen. Der bekannteste Werbeträger unter den rund 50 Vereinen, die Trenkwalder mehr oder weniger alimentiert, muss sich für die neue Saison einen neuen Haupt- und Namenssponsor suchen. Trenkwalder spart einen Großteil der 1,2 Millionen Euro jährlich, will aber immerhin "Partner" der Münchner Löwen bleiben.

Einen Ex-Löwen, Admira-Trainer Walter Schachner, der den Klub in Abstiegsnöten übernahm und noch in den Rang eines Leider-wird-es-sich-nicht-ganz-ausgehen-Aufsteigers führte, lobt Trenkwalder in den höchsten Tönen: "Er weiß genau, was er will, da gibt es eine klare Handschrift." Und auch Sportdirektor Heribert Weber sei der rechte Mann am richtigen Platz.

Selbst zurücknehmen will sich Trenkwalder, der ganz gerne auch auf der Trainerbank sitzt, deshalb nicht: "Die gewisse Nähe einer Führungsperson muss spürbar sein." (Sigi Lützow/DER STANDRD, Printausgabe, 23.4.2009)