Bild nicht mehr verfügbar.

Das neue Fehlermeldesystem bietet Ärzten und Patienten die Möglichkeit, anonym kritische Ereignisse zu melden

Foto: APA/DPA/Frank May

Wien - Das österreichweite Fehlermelde- und Lernsystem im Gesundheitswesen soll Ende Mai startbereit sein. Dies teilte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, am Donnerstag in einer Aussendung mit.

Anonym kritische Ereignisse melden

Das neue Fehlermelde- und Lernsystem CIRS (Critical Incident Reporting System) bietet Ärzten, aber auch Patienten die Möglichkeit, anonym kritische Ereignisse bei medizinischen Behandlungen zu melden. Dazu zählen unter anderem auch so genannte Beinahe-Fehler, das sind Zwischenfälle, die noch knapp vermieden werden können, aber einer nachträglichen Analyse bedürfen. "Die Ärztekammer muss darauf bestehen, dass die Anonymität jener, die kritische Ereignisse melden, zu 100 Prozent gewahrt ist. Deshalb müssen alle technischen Vorsorgen getroffen werden, um eine Nachverfolgung einer Meldung unmöglich zu machen", erklärte Dorner. Das in Österreich zum Einsatz kommende Fehlermelde- und Lernsystem könne bestehende Meldesysteme integrieren, um bereits vorhandene Erfahrungen zu berücksichtigen.

Einsatz von CIRS in Nachbarländern

CIRS kommt bereits in Deutschland und in der Schweiz zum Einsatz. "Wir wollen diese Modelle, die international als Vorbild gelten, auf die österreichischen Erfordernisse anpassen", sagte Dorner. In der Gründung der österreichischen "Plattform für Patientensicherheit" komme das große nationale Interesse zur Schaffung einer neuen Fehlerkultur im Gesundheitswesen zum Ausdruck. Das von der Ärztekammer in Ausarbeitung stehende System stelle nicht auf Schuldzuweisung ab, sondern fördere die Meldebereitschaft und helfe gleichzeitig, problematische Vorkommnisse zu vermeiden, so Dorner. (red, derStandard.at)