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Ein Tag im Jahr nicht ausreichend: Frauenstadträtin Frauenberger will den Töchtertag sukzessive zur ganzjährigen Veranstaltung ausweiten.

Foto: APA/Siemens

Am Donnerstag ist in zahlreichen Unternehmen der Anteil der Mitarbeiterinnen deutlich angestiegen - zumindest kurzfristig. Beim "Girls' Day", der in Wien "Töchtertag" heißt und seit acht Jahren jeweils am 4. Donnerstag im April stattfindet, konnten in fast allen Bundesländern Mädchen in Berufe schnuppern, die nicht dem klassischen Rollenbild entsprechen. Sie erhielten einen Einblick in technische und handwerkliche Tätigkeiten. Diese zeichnen sich, so betonten die OrganisatorInnen, im Vergleich zu "typischen" Frauenberufen oft durch bessere Verdienstmöglichkeiten aus.

Die Einbindung in die verschiedenen Berufsfelder und Tätigkeitsbereichen geschah dabei unmittelbar: Die Mädchen lernten den jeweiligen Arbeitsalltag kennen, einige grundlegende Kenntnisse in Workshops vermittelt. In Wien allein beteiligten sich 166 Unternehmen aus den Bereichen Handwerk, Technik und Naturwissenschaften und damit ein Viertel mehr als noch im Vorjahr. Unter den Neuzugängen finden sich so interessante Unternehmen wie die Internationale Atom Energie Behörde, Radio FM4 oder die Wiener Philharmoniker(innen). 2002 ging der erste Töchtertag mit nur einem Betrieb und 200 Mädchen über die Bühne. Heuer beteiligten sich rund 3.200 Mädchen - eine "echte Erfolgsgeschichte", meint Frauenstadträtin Sandra Frauenberger.

Auch die Ministerien gaben Einblick: So wurden im Frauenministerium Schülerinnen zwischen zehn und 16 Jahren willkommen geheißen. Im Wirtschaftsministerium wurden Werkstätten der Bundesimmobilienverwaltung besucht. Ein Tag der offenen Tür - für Töchter - fand im Parlament statt. Hier stand auch ein Gespräch mit Nationalratspräsidentin Prammer und Vertreterinnen aller Fraktionen auf dem Programm. Wie die Arbeit der Exekutive bzw. des Verwaltungsdienstes funktioniert, wurde wiederum vom Innenministerium bzw. den Landespolizeikommandanten erläutert.

Sinnvoll ist ein Tag für Girls bzw. Töchter jedenfalls: Laut Wiener Rathaus waren auch 2008 immer noch 51,47 Prozent der weiblichen Lehrlinge in den "klassischen" weiblichen Lehrberufen wie Einzelhandels-, Bürokauffrau und Friseurin beschäftigt.

Geht es nach der Frauenstadträtin Wiens, soll der Töchtertag sukzessive zur ganzjährigen Veranstaltung werden. (APA/red)