Der Medienkonzern Axel Springer will seine Internet-Angebote ausbauen und die Umsätze aus diesem Geschäftsbereich in den nächsten zehn Jahren fast vervierfachen. "Wir wollen in spätestens zehn Jahren mindestens die Hälfte unseres Umsatzes und Gewinns mit digitalen Geschäften erwirtschaften", sagte Verlagschef Mathias Döpfner am Donnerstag bei der Hauptversammlung in Berlin. Im vergangenen Jahr hatten die Umsätze der Sparte digitale Medien 378 Millionen Euro betragen, was rund 14 Prozent des Springer-Gesamtumsatzes entspricht. Zu der Sparte gehören vor allem Online-Angebote im In- und Ausland sowie Beteiligungen an TV- und Hörfunksendern.

"Ich gehe davon aus, dass sich in den kommenden Monaten Gelegenheiten für antizyklische Investitionen ergeben werden."

Angesichts der Wirtschaftskrise böten sich in diesem Bereich auch attraktive Übernahmeziele, sagte Döpfner. "Ich gehe davon aus, dass sich in den kommenden Monaten Gelegenheiten für antizyklische Investitionen ergeben werden." Konkreter wurde der Springer-Chef nicht. Kürzlich hatte Döpfner Investitionen von 300 bis 500 Millionen als realistisch bezeichnet.

Axel Springer rechnet im laufenden Jahr wegen der Wirtschaftskrise und Werbeflaute mit einem Ergebnisrückgang. 2008 hatte der Konzern mit 571 Millionen Euro den höchsten Gewinn seiner Firmengeschichte eingefahren und den Umsatz auf 2,7 Milliarden Euro gesteigert. Am Unternehmenserfolg will der Konzern seine Mitarbeiter mit einem Gratisaktien- und Aktienbeteiligungsprogramm beteiligen. Alle Wertpapiere stammten aus dem Bestand von Axel Springer. (Reuters)