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Foto: APA/EPA/EVERETT KENNEDY BROWN

Genf - ForscherInnen der Universität Genf haben einen neuen Typ von Geruchsrezeptoren in der Nase von Mäusen entdeckt. Dank dieser spezialisierten Moleküle können die Nagetiere erkennen, ob ein Nahrungsmittel verseucht oder ein Artgenosse krank ist.

Die WissenschafterInnen des Nationalen Forschungsschwerpunkts "Frontiers in Genetics" um Ivan Rodriguez untersuchten, ob bereits alle Geruchsrezeptoren der Maus entdeckt worden waren, wie die Universität Genf mitteilte. Dabei stießen sie neben den bereits bekannten vier Rezeptorklassen auf eine fünfte.

Neuer Rezeptor

Der neue Rezeptor findet sich in einem speziellen Riechorgan der Mäuse, dem Vomeronasalen Organ, das sich auf beiden Seiten der Nasescheidewand befindet, wie die ForscherInnen im Fachmagazin "Nature" berichten. Zudem konnten die Forscher jene Moleküle identifizieren, die von den Sensorproteinen erkannt werden. "Es handelt sich um Stoffe, die mit verschiedenen Krankheiten und Entzündungen in Zusammenhang stehen", so Rodriguez.

Die ForscherInnen folgern daraus, dass Mäuse dank der neu entdeckten Rezeptoren verseuchte Nahrungsmittel oder kranke Artgenossen am Geruch erkennen und in der Folge ihr Verhalten entsprechend anpassen können. Die Tiere sind für diese Fähigkeit bekannt.

Verbreitung

Auch Wüstenspringmäuse und Ratten besitzen ein Vomeronasales Organ. Beim Menschen und bei Menschenaffen hingegen sind nicht funktionsfähige Relikte davon vorhanden, wie Ludivine Challet, Mitautorin der Studie, auf Anfrage bekannt gab.

Allerdings verfüge der Mensch noch heute in seinem Immunsystem über Rezeptoren, mit denen er Entzündungsherde erkennen könne, sagte die Forscherin. Ob sich diese Rezeptoren auch in der Nase fänden, sei aber unbekannt. (APA/sda)