Rund um den Kollektivvertragsstreit im grafischen Gewerbe (Drucker) wollen sich nun die Arbeitgeber besser koordinieren. Tageszeitungen, die selbst oder deren Muttergesellschaften eigene Druckereien besitzen, haben im Rahmen des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) eine "Interessengemeinschaft Druck" (IG) gebildet.

Die IG soll dazu dienen, sich innerhalb des VÖZ besser abzustimmen und die Zeitungsdrucker-Wünsche "bestmöglich" in die Verhandlungen einzubringen. Ziel sei es, die Verhandlungen zum Kollektivvertrag innerhalb des Verbandes Druck & Medientechnik (bei dem die IG-Teilnehmer Mitglied sind) "konstruktiv zu begleiten". Nach dem Wunsch der IG-Mitglieder sollte "auf jeden Fall" einen Kollektivvertrag zustande kommen, der den Anliegen beider Verhandlungspartner "bestmöglich Rechnung" trage. Über die formale Gründung der IG soll der VÖZ-Vorstand in seiner nächsten Sitzung am 19. Mai entscheiden.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) hat am Montag dieser Woche einen Streikbeschluss mit noch unbestimmtem Ausführungs-Termin gefasst. Anlass für den Streit ist die einseitige Aufkündigung des Drucker-Kollektivvertrags durch den Verband Druck & Medientechnik, der die Bezahlung der Mitarbeiter für zu großzügig hält. Nachdem Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebervertretern Anfang April gescheitert waren, kam es durch Proteste der Drucker bereits zu Verzögerungen bei der Auslieferung von Zeitungen. Sowohl die Arbeitnehmer- als auch die Arbeitgeberseite ließ wiederholt durchklingen, dass die Bereitschaft für einen tatsächlichen Streik als "hoch" erachtet werde. (APA)