Schweigen ist ein beliebtes Verhalten von Top-Managern, die sich jetzt kollektiv der Seite der "Bösen" zugeordnet sehen. Die Mehrheit schweigt. Das ist falsch, sagt Matt Miller (The Tyranny of Dead Ideas, Times Books 2009) diese Woche in der Financial Times. Er wünscht sich eine Initiative "CEOs against CEO greed" - Top-Manager also, die aufstehen und laut sagen, was sie gegen die Gier-Kultur tun und so aktiv breite Korrekturen im System vornehmen.

Warum sollten sie das tun, wenn sie sowieso reinen Gewissens sagen können, dass sie selbst nicht skrupellos abkassieren? Weil sie befürchten müssen, dass ohne schnell sichtbare und klare Korrekturen gegen die Gier Gesellschaften und Unternehmen auseinanderbrechen. Die Kluft zwischen "den Bösen" (Bankern, Managern) und "den Guten" (dem Rest) könnte sonst in einen Kampf führen. Grund genug für CEOs (und Aufseher), aus der Deckung zu gehen. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 25./26.4.2009)