Ein Besuch in Taiwan gleicht einem Tanz auf dem Vulkan.  Eurasische und philippinische Platte stoßen hier aufeinandern, reiben sich aneinander, bringen die Insel zum Beben und sorgen dafür, dass es in Taiwan an vielen stellen kocht, dampft und brodelt.

Foto: Mirjam Harmtodt

Nicht nur Touristen schätzen die angenehme Wirkung heißer Quellen, auch die Bewohner Taiwans nutzen die Wochenenden, um die Hektik der Städte hinter sich zu lassen und flüchten aufs Land, um sich zu erholen.

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Begonnen hat die Tradition der Badehäuser mit den Japanern, die 1896 das erste Badehaus in Beitou bei Taipeh eröffneten. Heute nutzen die Menschen zu jeder sich bietenden Gelegenheit die Möglichkeit zum "pao tang" (sich in die Suppe legen). Dazu gesellt sich dann das uralte Wissen der TCM (Traditionalle Chinesische Medizin): Akupunktur, Akupressur oder Fußmassage.

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Obwohl das Durchkneten der Füße bis hinauf zum Knie unter Umständen äußerst schmerzhaft sein kann, zeigen sich die Patienten durchwegs dankbar für die Behandlung. Nach einer Stunde wissen die Masseure, wo das Problem liegt und geben den Patienten Tipps und Ratschläge, um ihren Gesundheitszustand zu verbessern.

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Um in den Genuss der heißen Quellen zu kommen muss man in Taiwan nicht einmal ein Badehaus aufsuchen. Überall bieten sich Gelegenheiten, um zumindest die Füße in das warme Wasser zu halten, dass dank fleißiger Nutzung tatsächlich an Suppe erinnert. Es kostet etwas Überwindung, die Zehen in das Becken zu halten in dem Hautschuppen und sonstige Partikel schweben.

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Knabberfische haben ebenfalls Einzug gehalten in Taiwans Badehäusern. Mit großem Appetit fressen sie hier Bakterien und Hautschuppen von den Füßen der Autorin. Zu Beginn spürt man noch die feinen, Nadelstichen ähnlichen Bisse der Fische und findet es unter Umständen füchterlich peinlich, dass gerade die eigenen Füße so interessant sind für die Tierchen. Aber nach einiger Zeit gewöhnt man daran und stellt fest, dass auch die Füße anderer Gäste ihren Reiz zu haben scheinen.

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Und außerdem machen es die Einheimischen vor: Hinsetzen, Füße reinhalten und Entspannen.

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Taipeh ist eine moderne Großstadt mit typisch chinesischem Flair. Tausende kleine Geschäfte mit kreischbunten Fassaden bieten von westlichen Produkten bis exotisch anmutenden Speisenzutaten und duftenden Nudelgerichten alles an, was das Herz begehrt.

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Das Gassengewirr mit den tausenden Reklametafeln erleichtert nicht unbedingt die Orientierung in der Stadt. Allerdings sind die Taiwanesen ausgesprochen hilfsbereit und ein Großteil spricht Englisch. Sollte man sich also in der Informationsflut aus chinesischen Schriftzeichen verlaufen, so stehen die Chancen gut, das Hotel wieder zu finden. Sicherheitshalber empfiehlt es sich aber, immer eine Visitenkarte der Unterkunft mitzunehmen.

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Praktisch und sauber! Eine moderne Damentoilette, das in Hockstellung zu benutzen ist. Verdreckte Klobrillen bleiben einem hier erspart.

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In den Geschäften Taipehs findet man allerhand seltsame, witzige und befremdlich anmutende Dinge, wie etwa diese Püppchen. Fotoprints werden dafür auf eine Plastikkugel gedruckt und in ein Stoffbärenfell gesteckt. 

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Essen ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens der Taiwanesen. In Taiwan findet man alle Ausformungen der chinesischen Küche auf engstem Raum und kann daher die großartige Kochkunst kennen lernen, ohne dafür weite Reisen auf sich nehmen zu müssen, wie es in China der Fall ist.

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Straßenküchen gibt es zu Hauf, das Essen wird überall frisch zubereitet und ständig ist man mit irgendwelchen Düften konfrontiert, die dafür Sorge tragen, dass der Appetit nicht weniger wird.

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Zwischendurch dann eine frisch gebrühte Tasse Tee, deren Zubereitung bereits ein Erlebnis ist. Bis zu dreimal werden die Teeblätter aufgebrüht, je nach Brühvorgang werden genaue Zeiten eingehalten.  Geschmack und Farbe des Tees verändern sich mit jedem Aufguss. Teetrinken ist ebenfalls fixer Bestandteil der Taiwanesischen Kultur.

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Gelegentlich stößt man auf Produkte, die für westliche Geschmäcker nicht geeignet erscheinen. Eingelegte Insekten etwa.

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Ganz speziell ist die Küche in buddhistischen Klöstern. Es ist schwer vorstellbar, dass sämtliche Speisen, die hier zu sehen sind, vegetarisch sind. Die Kunst, vegetarische Gerichte in Aussehen und Geschmack ihren fleischlichen Vorbildern so ähnlich wie möglich zu machen, macht die buddhistische Klosterküche zu einem absoluten Highlight und man sollte sich darum bemühen, zumindest einmal diese großartigen Speisen zu probieren.

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Überall auf der Straße wird mit Lebensmittel gehandelt. Zum Einen gibt es zu spottbilligen Preisen fertige Gerichte wie Dim Sum, Nudelsuppen oder Wok-Gerichte zu kaufen, zum Anderen erhält man überall frischeste Zutaten zum Selberkochen.

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Eigentlich ist man den ganzen Tag damit beschäftigt, dieverse Gelüste zu befriedigen, die, kaum hat man sie gestillt, an der nächsten Straßenecke schon wieder neu entflammen.

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Daifuku. Diese Reismehlkuchen, gefüllt mit Roter Bohnen Paste, Wasserkastanienpaste oder Mohn, stammen eigentlich aus Japan, werden aber sowohl in China als auch in Taiwan mit Begeisterung gegessen und verkauft.

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Eindeutig chinesischen Ursprungs sind diese Köstlichkeiten aus diversen Tierteilen ...

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... wie etwa Entenköpfen. Daneben gab's auch noch Leber, Niere, Tofu und einige schwer identifizierbare Fleischspieße.

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Schwein gehabt. Auf Nachfrage wurde bestätigt, dass dieser wohlgenährte Paarhufer nicht für den Verzehr bestimmt ist sondern als Haustier ein durchaus angenehmes Leben führt.

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Weniger Glück hatte dieses Hühnchen, dass goldgelb und appetitlich im Schaufenster auf hungringe Passanten wartet.

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Was sich hinter diesem Schild verbrigt, ist alles andere als ein kulinarisches Geheimnis.

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Raus aus der Stadt - rein in die Natur. In Taiwan gibt es sieben Nationalparks, 11,5 Prozent des Landes stehen unter Naturschutz. Die Regierung Taiwans bemüht sich darum, die Umweltsituation auf der Insel weiter zu verbessern und will sie zu einem "Green Silicon Island" machen.

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Allerdings ist gerade die Luft rund um die in einem Kessel liegende Hauptstadt Taipeh stark verschmutzt und die schnelle Industrialisierung der Vergangenheit hat ihre Spuren hinterlassen. Die gegenwärtige Entwicklung geht jedoch in eine nachhaltige Richtung und lässt auf eine weitere Verbesserung der Umweltsituation hoffen, was auch im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung der Insel für den Tourismus wünschenswert wäre.

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Einer der beeindruckendsten Nationalparks ist die Taroko-Schlucht im Osten der Insel.

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Der Fluss Liwu hat sich über Jahrmillionen durch das Gestein gefressen und eine wildromantische Landschaft in die Marmor- und Granitfelsen gemeisselt.

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Am Ufer entlang führt eine Straße, die durch zahlreiche Tunnel führt.

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Ehemalige Soldaten haben die Straße in Handarbeit in den Felsen geschlagen.

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Direkt am Fluss entlang führt ein schmaler Weg, der ebenfalls in Handarbeit in das Gestein gemeißelt wurde.

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Die Warnung sollte man ernst nehmen. Die Felsentunnel sind zum Teil nur rund 140 cm hoch und können für Stirnpartien unaufmerksamer Wanderer zu schmerzhaften Fallen werden.

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Marmor in allen Farben, dazu türkisblaues Wasser und absolute Ruhe sind die Markenzeichen der Taroko-Schlucht.

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Üppige Vegetation säumt die grandiose Flusslandschaft.

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Manche Aus- und Einblicke erinnern an chinesische Landschaftsmalereien.

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Bis zu 500 Meter hoch sind die Wänder der Schlucht.

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Der Bau der Straße hat vielen Arbeitern das Leben gekostet. Heute wird sie von zahlreichen Ausflugsbussen, Fußgängern und Radfahrern frequentiert.

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Noch eine Warnung, die durchaus ernst zu nehmen ist. Ein Sturz in die Taroko-Schlucht ist lebensgefährlich.

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Die Farbkombination aus Grün, Weiß und Türkis fesselt ...

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... und von allen Seiten erklingen begeisterte "Aaahs" und "Ooohs".

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Es gibt Zugänge zum Flussbett und alsbald befindet man sich inmitten rundgeschliffener Marmorbrocken, die alle Farben von grün über rosa und gelb spielen.

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Auch die Einheimischen nutzen die Stille der Schlucht.

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Hier kann man sich hervorragend von der Hektik und dem Lärm der Städte erholen.

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Die Schlucht ist ausgezeichnet erschlossen, ohne dabei der natürlichen Landschaft Narben zuzufügen.

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Zu den Bewohnern Taiwans gehören auch die "Formosa Mountain Monkeys". Nachdem intelligente Menschen angefangen haben, die Affen zu füttern und sich diese dadurch zu einer Plage entwickelt haben, wurde versucht, die Tiere auf eine Outer-Island umzusiedeln. Der Versuch scheiterte, da sie dort wegen des Futtermangels beinahe verhungert wären. Inzwischen leben sie unbehelligt auf der Hauptinsel.

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In dem Gewirr aus Schluchten und Gräben findet man diverse Wasserfälle. Für die Überquerung auf Hängebrücken braucht es ein bisschen Mut - die Konstruktionen sind aber alle äußerst stabil.

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Dieser Schrein wurde zum Andenken an die über 200 Bauarbeiter errichtet, die beim Straßenbau in der Taroko-Schlucht ums Leben kamen.

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An den Wänden finden sich chinesische Schriftzeichen - Inhalt leider unbekannt.

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Die Ostküste Taiwans. Der Sand ist schwarz - ein Hinweis auf den vulkanischen Ursprung der Insel.

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Stonesteps nennt sich dieser Küstenabschnitt im Osten der Insel.

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Beeindruckende Formationen aus Lavagestein formen hier bizarre Muster aus Felsen, Bewuchs und Wasser.

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Auf den Felsen tummeln sich Fischer und werfen ihre Köder ins Meer.

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Andere turnen auf den seltsamen Gesteinsformationen und machen Fotos.

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Diese Frau sammelt "Seepocken" um sie später zu verspeisen. Diese urzeitlichen Krebstiere kleben an den Felsen und sind nur mit Hilfe eines scharfen Messers abzulösen.

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Fischen ist auch hier eine Freizeitbeschäftigung und weniger eine Notwendigkeit.

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Obwohl einige sehr professionell vorgehen und die Fische mit diversen Leckereien wie zermantschten Garnelen anködern.

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Andere wiederum, wie diese Frau, besitzen nur einen einfachen Stock mit Schnur, um wenigstens ein paar kleine Fischlein aus dem Wasser zu ziehen. Das tut aber dem Vergnügen keinen Abbruch. (Mirjam Harmtodt/derStandard.at/29.4.2009)

Informationen:
Taiwan Tourismus

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