Henning Mankell, Hakan Nesser, Arne Dahl, Liza Marklund - zum Stichwort Literatur aus Schweden assoziiert man hierzulande primär die Autoren weltbekannter Kriminalromane. In der Tat weist Schweden mit seinen neun Millionen Einwohnern überdurchschnittlich viele international erfolgreiche Krimiautoren auf. Zur schwedischen Literatur ist damit aber längst nicht alles gesagt: Mehr als Krimis lautet denn auch die deutliche Ansage einer Tagung zur schwedischen Literatur im deutschsprachigen Raum, die die Schwedische Botschaft in Wien gemeinsam mit der Alten Schmiede von Sonntag bis Dienstag mit zahlreichen Gästen abhält.

Die Eröffnung der Schwedentage besorgen am Sonntag, 16 Uhr, im Thalia auf der Landstraßer Hauptstraße zwei schwedische Gegenwartsautoren mit einer Lesung: Mikael Niemi wurde international mit seinem Roman Populärmusik aus Vittula bekannt und ist Autor von Gedichten und Theaterstücken. Der 30-jährige Jonas Hassen Khemiri wurde mit seinen "Einwandererromanen" zu einem der populärsten Autoren seiner Generation. Sein Stück Invasion steht derzeit auf dem Spielplan des Wiener Schauspielhauses (heute, Samstag, 20 Uhr).

Die Seminare am Montag in den Botschaftsräumen (Literaturwissenschafter und Autoren diskutieren mit einem Fachpublikum über Charakteristik und Tendenzen schwedischer Literatur und ihre Rezeption im deutschsprachigen Raum) sind nur mit Einladung zugänglich, der Dienstag in der Alten Schmiede ist aber öffentlich: Per Olov Enquist liest um 14 Uhr aus Ein anderes Leben (Hanser), ein Porträt ist um 16 Uhr dem großen schwedischen Lyriker der Moderne, Gunnar Ekelöf (1907-1968) gewidmet. Es referieren und lesen zudem Michael Krüger, Katarina Frostenson und Aris Fioretos. (ih, DER STANDARD/Printausgabe, 25./26.04.2009)