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Ende einer Fusion

Foto: AP/Gero Breloer

Stuttgart/New York - Die Daimler AG hat sich mit ihrer früheren US-Tochter Chrysler auf eine endgültige Trennung geeinigt. Der Vereinbarung zufolge gibt Daimler seine verbliebene Beteiligung in Höhe von 19,9 Prozent ab und verzichtet auf die Rückzahlung der an Chrysler ausgegebenen Darlehen, die im Jahresabschluss 2008 bereits vollständig abgeschrieben wurden, wie Daimler am Montag in Stuttgart mitteilte.

Zudem werde Daimler bei Inkrafttreten des Vertrages sowie in den folgenden beiden Jahren je 200 Millionen US-Dollar (152 Mio. Euro) in die Chrysler-Pensionspläne einzahlen. Die bestehende Pensionsgarantie in Höhe von einer Milliarde Dollar werde auf einen Betrag von 200 Millionen Dollar reduziert und laufe bis August 2012 weiter, teilte Daimler mit.

Chrysler und der Finanzinvestor Cerberus, der gut 80 Prozent an Chrysler hält, verzichteten ihrerseits vollständig auf etwaige Forderungen. Die Vereinbarung wird Daimler zufolge das operative Daimler-Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) im zweiten Quartal um bis zu 700 Millionen Dollar belasten.

Herbe Lohneinbußen

Der Stuttgarter Autobauer will am Dienstag ein milliardenschweres Sparprogramm vorstellen. Ein Großteil der Mitarbeiter muss sich voraussichtlich auf herbe Lohneinbußen einstellen. Für rund 73.000 Beschäftigte solle die Wochenarbeitszeit gekürzt werden, und dies führe zu Einschnitten beim Gehalt von bis zu knapp 9 Prozent, verlautete am Montag in Stuttgart aus mit der Sache vertrauten Kreisen.

Chrysler lebt zurzeit von staatlichen Notkrediten im Umfang von vier Milliarden Dollar und nahm am Sonntag eine wichtige Hürde im Kampf um seine Rettung. Die mächtige US-Autogewerkschaft UAW stimmte einer vorläufigen Vereinbarung mit der einstigen Daimler-Tochter, dem italienischen Hersteller Fiat und der Regierung zu.

Die Autogewerkschaft in Kanada CAW gab grünes Licht für Kostensenkungen. Nun müssen die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und die Allianz mit Fiat besiegelt werden, damit ein Zusammenbruch des Konzerns verhindert wird. (APA/AP)