Bild nicht mehr verfügbar.

Mit Sportdirektor Heinz Hochhauser ist nicht gut Red Bull trinken.

Foto: REUTERS/Calle Toernstroem

Bild nicht mehr verfügbar.

Der Oberösterreicher hat in Salzburg bereits neue Pläne, wie alles gut wird.

Foto: APA/GINDL

Ried/Salzburg - Die Zeit von Co Adriaanse als Trainer in Salzburg könnte früher als erwartet zu Ende gehen. Sportdirektor Heinz Hochhauser zeigte sich verärgert über das 0:3 in Ried und kündigte für die kommende Woche eine Aussprache an, in der auch die Zukunft des Niederländers in der Mozartstadt ein Thema sein wird.

Keine Schnellschüsse

"Ich will keinen Schnellschuss machen, aber wir müssen in der nächsten Woche reden", kündigte Hochhauser am Samstagvormittag an. Der Oberösterreicher ortet im Betreuerstab mangelnde Leidenschaft. "Wir brauchen ein Trainerteam, das hochmotiviert ist und nicht resignativ. Wir sind noch nicht Meister, man sieht, wie schnell es gehen kann", warnte der Sportdirektor.

Kunstrasen-Siege reichen zum Titel

Nach Verlustpunkten gerechnet liegen die "Bullen" sieben Zähler vor Titelverteidiger Rapid. In den ausständigen fünf Runden reichen dem aktuellen Vizemeister Siege in den drei Heimspielen, um den Titel zu fixieren. Als am 7. April bekanntgegeben wurde, dass der zu Saisonende auslaufende Vertrag mit Adriaanse nicht verlängert wird (auch Assistent Michael Streiter wird den Verein spätestens im Sommer verlassen), war die Situation bei einem Fünf-Punkte-Polster noch weniger komfortabel.

Stevens bringt Unruhe

Adriaanse beteuerte nach dem Schlusspfiff in Ried, die Leistung hätte nichts mit dem Trainerwechsel im Sommer zu tun - Hochhauser war da jedoch anderer Ansicht. "Es war noch kein Problem, als wir gesagt haben, dass wir seinen Vertrag nicht verlängern. Aber Adriaanse war sicher nicht erfreut, als er gesehen hat, dass Huub Stevens und damit ein Holländer sein Nachfolger wird, das hat man gemerkt", erklärte Hochhauser, für den sich das Verhältnis zwischen Adriaanse und dem Team in den vergangenen Wochen "nicht gravierend verändert" hat.

Den Riedern auf den Leim gegangen

Stevens war am vergangenen Dienstag als Trainer für die kommende Saison präsentiert worden. Ob der Ex-Schalke-Coach sein Amt schon früher antreten könnte, ließ Hochhauser offen. Vielmehr nahm er nach der Leistung in Ried neben den Betreuern auch die Kicker in die Pflicht. "Man muss auch einige Spieler hinterfragen, so leichtfertig darf man nicht auftreten. Wir sind den Riedern auf den Leim gegangen. Jeder weiß, dass sie vor allem verteidigen. Wir waren zwar optisch überlegen, haben aber im Endeffekt verdient verloren", kritisierte der Sportdirektor.

Ried mit Träumen und Problemen

Nicht nur bei Red Bull, auch bei Ried ist trotz des Prestigeerfolgs und der damit verbundenen Chance auf eine Europacup-Teilnahme nicht alles eitel Wonne. Fill-Metallbau stiegt mit Saisonende als Stadion-Namensgeber aus, nach einem Nachfolger wird verzweifelt gesucht. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, einen neuen Stadionsponsor zu bekommen", beteuerte Ried-Präsident Johann Willminger und wies noch einmal auf die Schwierigkeiten bei der Führung eines "Dorfclubs" in der höchsten Spielklasse hin. "Wir arbeiten 365 Tage im Jahr, sonst könnte es einen Verein wie Ried in der Bundesliga gar nicht geben." (red/APA)