Bern - Undemokratisches Handeln hat Franz Ludwig Graf von Stauffenberg, Sohn des 1944 von den deutschen Nazimachthabern umgebrachten Widerstandskämpfers, der Europäischen Union vorgeworfen. Der ehemalige Vorsitzende des Rechtsausschusses des Europaparlaments zeigte sich am Samstag bei einer Veranstaltung der "Aktion für eine Unabhängige und Neutrale Schweiz" (AUNS) in Bern tief besorgt über den derzeitigen Zustand der EU. Der Reformvertrag von Lissabon sei "kein Sieg für Europa". Es gehe darin nicht um die Rechte der Bürger, sondern um Machtverteilung der Regierenden. Stauffenberg lobte das Nein des irischen Volkes zum Lissabon-Vertrag.

AUNS-Präsident Pirmin Schwander attackierte in einer Rede die "Demokratievernichter" im eigenen Land, allen voran den Bundesrat (Regierung). Die mehr als 50.000 Mitglieder zählende AUNS wurde vor einem Vierteljahrhundert von dem SVP-Politiker und Ex-Justizminister Christoph Blocher gegründet. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution wandten sich die Mitglieder entschieden gegen einen "schleichenden EU-Beitritt der Schweiz". (APA/sda)